Opel-Persönlichkeiten: Eckhart Bartels

•23. Februar 2019 • Schreibe einen Kommentar

Haben Automobilmarken eigentlich Fan-Clubs? Opel eindeutig ja, der größte hierzulande dürfte die „Alt-Opel Interessengemeinschaft von 1972 e.V.“ (AOIG) sein. Das Gründungsjahr ist eh klar, aber wie kam der Club überhaupt zustande?
Laut Legende sorgte sich der gelernte Industriekaufmann Eckhart Bartels damals um Erhaltung und Pflege der Opel-Nachkriegsmodelle, vor allem denen der Fünfziger Jahre. Gleichgesinnte fanden sich bei einem Treffen im Taunus, die AOIG ward – als einer der ersten Markenclubs in Deutschland – ins Leben gerufen.
In den Folgejahrzehnten blieb Bartels dem Club in prägender Funktion erhalten, unter anderem als Redakteur der hauseigenen Mitgliederzeitschrift. Weiterhin ist Bartels unter anderem als Autor etlicher Fachbücher zum Thema Opel sowie Herausgeber der Buchreihe „Jahrbuch Opel“ in Erscheinung getreten.
Kapitän“ -Fahrer Bartels ist außerdem Mitglied der Berliner „Automobilhistorischen Gesellschaft“ sowie Vizepräsident des „DEUVET Bundesverband für Clubs klassischer Fahrzeuge e.V.“.

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Sonstiges: Opel Skyliners Frankfurt

•16. Februar 2019 • Schreibe einen Kommentar

Im Sportsponsoring ist Opel hauptsächlich im Fußballbereich aktiv und bekannt – konsequent, da Fußball nun mal der Deutschen liebste Sportart ist. Zu Beginn dieses Jahrhunderts waren die Rüsselsheimer aber auch eine Zeit lang im Basketball aktiv, und zwar beim regional benachbarten Frankfurter Basketballklub „Skyliners“ .
Selbige waren erst kurz zuvor durch die Übernahme der Bundesligalizenz des „TSV Tatami Rhöndorf“ ins Leben gerufen worden, um fortan in der neu gegründeten Basketball-Bundesliga (BBL) antreten zu können.
Heimspielort wurde die Ballsporthalle Frankfurt (heute „Fraport Arena“).
Ab der zweiten BBL-Saison trat der Verein also als „Opel Skyliners Frankfurt“ an und erreichte in den Folgejahren stets die Playoffs. Der bisherige nationale Vereinshöhepunkt wurde 2003/4 mit dem Gewinn der BBL-Meisterschaft (gegen Bamberg) erreicht.
Im Folgejahr standen sich die beiden Mannschaften wieder im Finale gegenüber, diesmal gewannen die Franken. Mit dieser Saison endete auch Opels Sponsoring.

Opel-Klassiker: Rekord A Coupé

•9. Februar 2019 • Schreibe einen Kommentar

Die Sechziger Jahre waren eines der besten Jahrzehnte für Opel überhaupt, vielleicht das beste Jahrzehnt der Nachkriegszeit. Das bezieht sich nicht bloß auf nackte Verkaufs- oder Umsatzzahlen, welche natürlich imposant genug waren – nicht ohne Grund entstanden in diesem Zeitraum gleich zwei große neue Opel-Werke.
Doch die Sechziger Jahre bedeuteten für Opels auch eine ziemlich deutliche Veränderung in der Modellgestaltung. Jene Jahre brachten einen neuen, geradlinigen Stil ohne gestalterischen Firlefranz hervor, Chromapplikationen etwa traten in den Hintergrund.
Ein wunderschönes Beispiel für diesen Stil ist die „Coupé“- Version des 1963 eingeführten „Rekord A“ . Er behielt vom Vorgänger „Rekord P2 Coupé“ den markant gestreckten Kofferraum, war ansonsten aber kaum wiederzuerkennen.

Opel-Klassiker Rekord A Coupé

Schnörkellose Eleganz: Opel-Klassiker Rekord A Coupé (im Opel-Zentrum Berlin-Friedrichstraße)

Der Design-Clou des „A“-Coupés waren sicherlich die spitz zur C-Säule zulaufenden rückwärtigen Seitenfenster, welche dem Wagen im Vergleich zum Limousinen-Zweitürer ein deutliches Eleganz-Plus verschafften.
Antriebstechnisch gab es das „A“-Coupé als Vierzylinder mit 67 bzw. Sechszylinder mit 100 PS – der war dann schon ordentlich unterwegs. Im Bereich der Innenausstattung boten die Coupés etliche Extras.
Luxus hat seinen Preis – das war schon immer so und auch bei Opel. Die Coupés lagen mit 8000 bzw. 9300 DM schon gut auf Höhe des damaligen westdeutschen jährlichen Durchschnittseinkommens. Billiger sind sie seitdem nicht geworden, gut bis sehr gut erhaltene Exemplare kosten aktuell ungefähr das Doppelte in Euro und sind zudem ziemlich selten auf dem Markt.

Opel-Historie: Zweimillionster Opel (1957)

•2. Februar 2019 • Schreibe einen Kommentar

Kurz vor dem kriegsbedingten Produktions-Zwangsstopp durfte Opel noch seinen einmillionsten Opel-Wagen feiern – es hatte ein paar Dutzend Jahre für diesen Rekord gebraucht. Es folgten harte Kriegs- und Nachkriegsjahre. Gedanken an eine weitere Million produzierter Fahrzeuge klangen utopisch, zumal die Produktionsanlagen für den populären Vorkriegs- „Kadett“ als Reparationsleistung vollständig an die Sowjetunion überführt werden mussten.
Doch parallel zum westdeutschen Wirtschaftswunder erstand auch Opel aus Ruinen wieder auf. GM-Investitionen plus Währungsreform wirkten in Rüsselsheim Wunder, Anfang der Fünfziger Jahre hatte das komplett wieder aufgebaute Opel-Werk bereits nicht mehr genügend Produktionskapazitäten frei. Es folgte die zum damaligen Zeitpunkt größte Industriebaustelle der BRD, das Karosseriewerk K40.
Mit dessen Vollendung hatte Opel seine Produktionskapazitäten um sage und schreibe fünfzig Prozent erhöht, zudem war es – abgesehen von Nutzfahrzeugen – für alle damaligen Opel-Modelle ausgelegt.

Opels Zweimillionster - ein Kapitän

Opels Zweimillionster – ein Kapitän

Jetzt ging es ab an Opels Bändern, Ende 1957 feierte das Traditionsunternehmen schon
seinen zweimillionsten Wagen. Dafür benötigten die Rüsselsheimer weniger als zehn Jahre – kaum jemand hätte das eine Dekade vorher für möglich gehalten.
Es war übrigens ein schneeweißer“Kapitän“ , welcher zur Feier des Tages teilweise vergoldet worden war – sicher Geschmackssache. Der Jubilar verblieb im Unternehmensbesitz, ab und zu sieht man das Teil mal auf einer Autoschau.

Opel-Exoten: Transportschlitten für Reinhold Messner

•26. Januar 2019 • Schreibe einen Kommentar

Bekanntlich entwickelte Opel im Vorfeld der 1980er Winterspiele für die westdeutsche Olympiamannschaft einen technisch recht innovativen Bob. Was allerdings nichts half – DDR und Schweiz teilten sich mal wieder die Medaillen, der Opel-Bob ward fortan Geschichte.
Etliche Jahre später wagten sich die Rüsselsheimer abermals aufs Eis. Denn für ihren langjährigen Werbepartner Reinhold Messner entwickelten sie Ende der Neunziger Jahre ein vorläufiges Abschiedsgeschenk mit Kufen. Die Bergsteiger-Ikone zog nämlich für einige Jährchen ins Europäische Parlament ein und wollte für diesen Zeitraum die Opel-Partnerschaft ruhen lassen.
Als Präsent gab’s von Opel (bzw. dessen technischem Entwicklungszentrum ITEZ) einen schicken kleinen Transportschlitten aus einer Kohlefaser-Kevlar-Kombination. Der in den klassischen Opel-Rennfarben gehaltene ultraleichte und sogar (für etwaige Treibeispassagen) schwimmfähige Transportschlitten packte bis zu 150kg Tragkraft, Messner konnte also ordentlich Pemmikan verstauen. Oder was man sonst noch alles während Arktis-, Grönland-, Antarktisdurchquerungen und dergleichen benötigt.
Opel – der findige Helfer in (fast) allen Lebenslagen 😉

Opel-Historie: Telematikdienst „OnStar“

•19. Januar 2019 • Schreibe einen Kommentar

Die Vernetzung unseres Alltags ist inzwischen schon ziemlich weit – vielleicht auch schon zu weit – fortgeschritten, man kann sich die World-Wide-Web-lose Zeit kaum noch vorstellen. Dabei sah das Ganze vor zwanzig Jahren noch ganz anders aus. Bestes Beispiel dafür ist Opels Ende der Neunziger Jahre eingeführter Telematik-Service „OnStar“.
Dieser Service stammte eigentlich von Opels damaligem US-Mutterkonzern General Motors. Opel bot ihn zunächst beim „Corsa“ und „Omega“ an, allerdings mit merkbarem Aufpreis. Hinzu kamen ordentliche Grund- und Servicegebühren.
Möglich war das damalige „OnStar“-System zudem nur über bestimmte, mit Mobilfunkeinheit und Freisprecheinrichtung versehene Radiomodelle. Diese waren wiederum mit einer speziellen „OnStar“-Taste ausgestattet; per Knopfdruck konnte man so zur Servicezentrale verbunden werden. Selbige half (hoffentlich) freundlich und kompetent weiter, wenn es etwa um drohende Staus, Notfälle, Reiserouten oder auch aktuelle Veranstaltungen am Zielort ging (die jeweilige Fahrzeugposition wurde parallel zum Anruf per GPS übermittelt).
Nochmal zur Klarstellung: rein fernmündlich das Ganze, nicht etwa über ein Navidisplay. Mitte der Nullerjahre wurde „OnStar“ dann schon wieder abgeschaltet, vermutlich war das Preis-/Leistungsverhältnis etwa im „TomTom“ -Vergleich nicht so der Brüller.
Doch 2015 präsentierten die Rüsselsheimer eine Reloadedversion. Naturgemäß mit etlichen Verbesserungen wie etwa schneller Internetverbindung, Fahrzeuglokalisierung im Falle eines Diebstahls, Fahrzeugdiagnose und sogar ferngesteuerter Türöffnung im Falle eines im Wagen vergessenen Schlüssels.
Nichts für Überwachungsparanoiker, ansonsten aber recht praktisch – doch bald ist es schon wieder vorbei mit Opels „OnStar“, denn vom Verkauf an die Groupe PSA ist auch der Telematikdienst betroffen. Rien ne va plus heißt es voraussichtlich 2020, „Opel Connect“ nennt sich der Nachfolger.

Opel-Unikate: Kadett Vignale Spider/Coupé

•12. Januar 2019 • Schreibe einen Kommentar

Nicht lange, bevor Opels Klassiker „Kadett A“ von der „B“-Version abgelöst wurde, präsentierte der in Turin beheimatete Karosseriebauer Vignale auf dem 1965er Genfer Auto-Salon ein ziemlich schönes Cabriolet, welches auf dem „A“ basierte.
Dessen Opel-Ursprung war dabei optisch so gut wie überhaupt nicht mehr erkennbar, frontal erinnert der „Kadett Vignale Spider“ ein wenig dem im selben Jahr vorgestellten „Glas V8“ . Die Linienführung ist ansonsten in klassischer Cabioletform gehalten, gaanz leichter Hüftschwung inklusive.
Ob Opel damals überhaupt viel von diesem hübschen kleinen Zweisitzer mitbekam ist unklar. Offenbar und seltsamerweise war die Resonanz nicht besonders, denn Vignale baute den „Spider“ alsbald zu einem ebenfalls recht gelungenen Coupé um und präsentierte dieses auf dem Turiner Autosalon im gleichen Jahr.
So – und das war’s dann anscheinend. Es kam nie zu einer Serienproduktion und auch nicht zu einem nachvollziehbaren Design-Einfluss auf die Rüsselsheimer. Das ist rückblickend wirklich sehr, sehr schade, auch wenn es gegen die serienmäßigen „Kadett“-Modellversionen an sich ja gar nichts zu sagen gibt. Aber eine Verwirklichung dieser Entwürfe, eventuell auch nur als Kleinserie, hätte Opel durchaus gut zu Gesicht gestanden – gerade weil sie vom Standardmodell eben so klar abweichen.
PS Das Fahrzeug soll angeblich noch in Privathand existieren, Zustand unklar.
Links: Bilder beider Versionen auf carstyling.ru
Bilder beider Versionen auf coachbuild.com