Opel-Zukunft: Mehr Marktanteil durch weniger Diesel?

•17. August 2019 • Schreibe einen Kommentar

Seit der PSA-Übernahme 2017 hat sich bei Opel so einiges getan. Stichworte wären zum Beispiel Segula, Modellstreichungen, neue PSA-Plattformen. Nicht alles stieß auf Begeisterung.
Im Bereich der Motorentechnik wurden mehrere Aggregate komplett aus dem Programm genommen, leider auch die knackigen OPC-Motoren. Hauptsache runter mit dem Emissionen lautete die Devise.
Das gilt natürlich auch für Opels Dieselantriebe. Wenngleich auch etwa der demnächst erhältliche neue „Corsa“ (F) oder der gestraffte „Astra“ mit entsprechenden Aggregaten erhältlich sein werden, liegt Opels Fokus künftig offenbar doch eher auf Benzinern bzw. Elektro- und Hybridantrieben.
Und das könnte Marktanteile bringen, denn die Rüsselsheimer sind bislang sowieso schon eher unterrepräsentiert, wenn es um Dieselmotoren geht – also drohen hier auch weniger Rückgänge. Zirka ein Viertel der hierzulande verkauften Opel-Pkw haben einen Diesel unter der Haube, andere Hersteller liegen da klar über fünfzig (!) Prozent – da werden Umbrüche kommen. Und weil der Trend zweifellos gegen den Diesel verläuft – Stichwort Fahrverbote – könnten die Rüsselsheimer hier also aufholen, sofern sie bei ihrer Motorentechnologie weiter konsequent modernisieren.

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Opel-Historie: Tausendstes Automobil & Kraftdroschken (1906)

•10. August 2019 • Schreibe einen Kommentar

Zu Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts wurden Automobile bekanntlich komplett in Handarbeit hergestellt. Die Herstellungsdauer eines Pkw betrug einige Monate, alleine Lackierung / Trocknung benötigten schon etliche Wochen.
Kein Wunder, dass die jährlichen Produktionszahlen anfangs recht niedrig waren. Ein knappes Dutzend war es im ersten Jahr von Opels Automobilfertigung 1899, die Zahlen steigerten sich aber. 1906 verließ schon das tausendste Fahrzeug die Rüsselsheimer Werkshallen.
Welches genaue Modell es war ist nicht bekannt. Möglicherweise eine Droschke, denn im selben Jahr war reichsweit eine Steuer für Personenwagen eingeführt worden, gewerblich genutzte Kraftdroschken waren allerdings davon ausgenommen – was eine entsprechende Nachfrage generierte, vor allem in der pulsierenden Hauptstadt Berlin.
Soweit bekannt, bot Opel 1906 nur die Klassiker „12/14 PS“ bzw. „14/20 PS“ als Droschkenvariante an, später folgten natürlich weitere Modelle.

Opel-Namensgebung im Wandel der Zeit

•3. August 2019 • Schreibe einen Kommentar

Heutzutage müssen Autonamen weltweit vermarktbar sein, dürfen keinem Copyrightschutz unterliegen und niemand darf sich von ihnen beleidigt fühlen. Aussprechen sollte man sie möglichst überall auch können – gar nicht so leicht. Offenbar beschäftigen etliche Hersteller entsprechende Spezialisten, sogenannte „Verbal Designer“ . Und Rechtsanwälte sowieso.
Wie war das eigentlich bei Opel im Laufe seiner immerhin gut hundertfünfzigjährigen Firmenhistorie? Abwechslungsreich natürlich. Denn die ersten Produkte hatten teilweise tatsächlich nachvollziehbare Namen. Nähmaschine „Sophia“ etwa – sicher von der Konzernchefin inspiriert. Oder die „Perfecta“ – erklärt sich von selbst.
Opels Fahrräder hießen – ebenfalls eingängig – „Schwalbe“, „Blitz“ [!] oder auch „Victoria“ – 1870/71 lässt grüßen.
Die Motor-Fahrräder aus Rüsselsheim wiederum wurden einfallslos nach ihren sogenannten Hubraum-PS benannt: „“2 1/2 HP“, „2 3/4 HP“, „3 1/4 HP“ usw. usf. Dito auch Opels erste Motorwagen: „10/12 PS“ et cetera. Muss man jetzt nicht alle aufzählen…
Zum Glück half wenigstens der Volksmund in einigen Fällen, „Doktorwagen“, „Puppchen“ und vor allem „Laubfrosch“ errangen entsprechende Popularität.
Ende der Zwanziger Jahre änderte Opel seine Namensgebung auf die Hubraumgröße (also etwa „3,7 Liter“), was auch nicht viel besser war. Does size matter? Rühmliche Ausnahme war das leider auf GM-Anweisung komplett eingestampfte Spitzenmodell „Regent“ .
Erst in den Dreißiger Jahren erhielten Opels Modelle endlich griffige Namen. Mit „Olympia“ und „Rekord“ wurde es sportlich, „Kadett“, „Kapitän“ und „Admiral“ machten es maritim und vermittelten latent die Möglichkeit eines sozialen Aufstieges . Das hielt sich auch bis in die ersten Nachkriegsjahrzehnte so weiter.
Ab Ende der Sechziger tauchten dann vermehrt aus der bisherigen Namenstradition abweichende Modellbezeichnungen auf, etwa „Ascona“ und „Manta“ – was dem Erfolg keinen Abbruch tat.
Der „Senator“ passte als später Nachfahre des „Diplomat“ nochmal irgendwie in die Namenshistorie, ansonsten fiel die Opel-Namensgebung ab den Achtziger Jahren aber in die Hände des internationalen Marketings.
Opels Modelle erhielten Kunstnamen, welche möglichst mit „a“ zu enden hatten. „Omega“, „Calibra“ und so weiter.
Selbst der zumindest hierzulande überaus eingeführte „Kadett“ musste dem „Astra“ weichen – kleine Zeitenwende in Rüsselsheim.
Wie / ob sich die Namensgebung unter der PSA-Ägide zukünftig ändern wird, bleibt abzuwarten. Die aktuellen Modelle „Mokka“, „Crossland“ und „Grandland“ etwa erschienen schon vor der Übernahme bzw. wurden davor geplant. Vielleicht reaktiviert Opel ja auch frühere Modellbezeichnungen und setzt ein „X“ hintendran.

Opel-Auszeichnungen als „Best Buy Car of Europe“

•27. Juli 2019 • Schreibe einen Kommentar

Die Liste von Auszeichnungen der Autobranche ist lang, Titel wie „Goldenes Lenkrad“ oder „Auto des Jahres“ vermutlich auch den meisten Nicht-Autofahrern geläufig. Zunehmend bekannt wird auch der „Best Buy Car of Europe“ -Preis der erst seit knapp zwanzig Jahren bestehenden „Autobest“ -Jury.
Letztere wurde im Jahre 2000 in Bukarest von Fachjournalisten mehrerer südosteuropäischer Länder gegründet, inzwischen sind auch fast alle westeuropäischen Länder mit Juroren vertreten. Laut Eigenbeschreibung ist Autobest damit die größte unabhängige europäische Automobiljury.
Deren wichtigste Auszeichnung ist der jährliche, erstmals 2002 vergebene „Best Buy Car of Europe“-Preis. Damit wird allerdings nicht das schnittigste oder innovativste, sondern das im Hinblick auf Alltagstauglichkeit und Preis-/Leistungsverhältnis beste Auto gekürt. Eine Aufteilung in verschiedene Klassen gibt es nicht, de facto vorherrschend waren bislang Klein- und Kompaktklassenmodelle.
Der Opel-Klassiker „Corsa“ gewann 2007 sowie 2015, aktueller Sieger ist – zusammen mit seinen PSA-Schwestermodellen – der neue Opel „Combo Life“ . Es geht also definitiv nicht nach Aussehen… aber das kann der unlängst vorgestellte neue „Corsa“ (F) bei der nächsten Wahl ja wieder ändern 😉
Opels „Grandland X“ wurde 2018 übrigens immerhin Zweiter.

Opel-Veredler: Kruck (Frankfurt a.M./Wiesbaden)

•20. Juli 2019 • Schreibe einen Kommentar

Unter den vielen Opel-Veredlern der Zwischenkriegszeit darf eine regional benachbarte Firma nicht fehlen, nämlich Kruck. Beginnend als klassischer Karosseriebauer war Kruck zunächst „Hoflieferant“ – wahrscheinlich für die Hessischen Großherzöge -, was auf eine Firmengründung vor dem Ersten Weltkrieg schließen lässt.
In den Zwanziger Jahren spezialisierte sich das in Frankfurt a.M. & Wiesbaden ansässige Unternehmen dann hauptsächlich auf Auf- und Umbauten von Opel- bzw. Adler-Fahrgestellen. Kruck war auch Lizenznehmer der sogenannten Weymann-Karosserie, eines damals recht populären – weil günstigen – Holz-Kunstleder-Aufbaus.
Als Opel-Derivat hervorzuheben ist vor allem der schnittige „4/14 PS“ Sport-Zweisitzer (Bilder siehe hier).
Ein ganz besonderes Opel-Unikat fertigte Kruck auf Basis des leider seitens GM-Anweisung wieder vernichteten Opel-Klassikers „Regent“ : das „24/110 PS Sport-Coupé“ , welches in Baden-Baden sogar einen Schönheitspreis gewann. Bilder siehe hier.
Ungefähr 1927 erlosch Kruck, Ursache unklar – vermutlich schlechte Auftragslage. Erhaltene Fahrzeuge sind nicht bekannt.

Sonstiges: Die „Volkskraftstoff GmbH Georg von Opel“

•13. Juli 2019 • Schreibe einen Kommentar

Westdeutschland in den Fünfziger Jahren. Man war schon fast wieder wer, das Wirtschaftswunder sorgte für zunehmenden Wohlstand. Wer was auf sich hielt, fuhr Opel „Kapitän“ oder Mercedes, getankt wurde natürlich Markenbenzin.
Eine Ölkrise war noch lange nicht in Sicht, zudem wurden ständig neue Fördergebiete erschlossen – trotzdem blieben die Benzinpreise der etablierten Anbieter recht stabil. Kein Wunder, denn die Nachfrage stieg konstant.
Ergo gab es erste Versuche, mit unabhängigen Tankstellen die Preise der Markenanbieter zu unterbieten. Quellen des günstigeren Sprits waren etwa Lagerüberschüsse, unabhängige Raffinerien oder – zumindest bis zum Mauerbau – billigeres DDR-Benzin.
Auch Georg von Opel, Enkel des Opel-Firmengründers Adam Opel, wagte sich ins Tankstellen-Terrain. Mitte der Fünfziger Jahre gründete er die „Volkskraftstoff GmbH Georg von Opel“ (VK). Diese Firma hatte nichts mit dem Rüsselsheimer Traditionsunternehmen zu tun, aber der Name Opel zog aufgrund seines guten Rufes natürlich Kunden an, zumal die Tankstellen schwerpunktmäßig im Rhein-Main-Gebiet lagen.
Die VK-Tankstellen waren im Prinzip reine Zapfsäulen ohne Service oder Toiletten, der Liter Benzin kostete dafür nur 57 Pfennig und befand sich damit ungefähr zehn Prozent unter den Konkurrenzpreisen (zum Vergleich: das Durchschnittsentgelt lag 1956 bei ungefähr 400 DM/Monat, ein 56er „Kapitän“ verbrauchte je 100km zirka 12-13 Liter Sprit).
Kein Wunder, dass es bald Ärger gab. Prozesse wurden angestrengt, des öfteren sprangen Lieferanten wieder ab – vermutlich durch entsprechenden Druck seitens der Etablierten. Trotzdem expandierten die VK-Tankstellen – Motto: „Kein Unterschied, nur billiger“ – ganz ordentlich.
Ende der Sechziger Jahre wurde die VK-Kette an das US-amerikanische Mineralölunternehmen Conoco veräußert, welches damals in Westeuropa einige ähnliche Akquisitionen tätigte. Die ehemaligen VK-Tankstellen firmierten fortan unter dem auch heute noch existenten Namen „Jet“ .

Opel-Klassiker: Ampera

•6. Juli 2019 • Schreibe einen Kommentar

Prinzipiell löblich: bereits seit Jahrzehnten ist Opel auf der Suche nach Alternativen zu herkömmlichen Antrieben. Anfang der Neunziger Jahre etwa rollten „Kadett“-/“Astra“-Experimentalfahrzeuge mit Elektromotoren unter der Bezeichnung „Impuls“ über Deutschlands Straßen. Es folgte der mit Brennstoffzellen ausgestattete „HydroGen“ (auf „Zafira“-Basis).
Alles gut und schön, aber nicht ausreichend zur Serienreife. Erst 2011 präsentierten die Rüsselsheimer mit dem neuen „Ampera“ ihr erstes zur Massenproduktion taugliches Hybridmodell.
Massenproduktion? Gerade so. Bis zur Einstellung im Jahre 2016 wurden knapp über zehntausend „Ampera“ verkauft. Und das, obwohl das halbwegs futuristisch gestaltete Modell 2012 gar zum Europäischen „Auto des Jahres“ gewählt worden war und auch sonst noch allerlei Preise abräumte.
Woran lag’s? Vermutlich an mehreren Dingen. Der „Ampera“ – de facto eine leicht veränderte Variante des US-amerikanischen Chevrolet „Volt“ – bewegte sich preislich in „Insignia“-Regionen, immerhin Opels Spitzenmodell. Ok, er kam mit Vollausstattung – aber trotzdem.
Die E-Motor-Reichweite betrug offiziell gerade mal 40 bis 80 km, danach mussten Akku bzw. Benziner hinzugeschaltet werden. Die Anzahl verfügbarer Ladestationen war damals zudem noch niedriger als heutzutage.
Durch den vorhandenen Verbrennungsmotor entfiel auch das häufig gern angebrachte Argument, dass auf reine E-Fahrzeuge erheblich weniger Kosten in Bezug auf Verschleißteile und Werkstattintervalle entfallen. Die 310 Liter Gepäckraum des Viersitzers waren i.Ü. auch nicht gerade der Brüller.
Nennenswerteste Vorteile des „Ampera“ waren vermutlich das allerdings erhebliche Drehmoment von 370 Newtonmetern sowie mögliche Nachlässe bei der Kfz-Steuer, vielleicht auch etwas Trendsetter-Image.
Interessenten auf der Suche nach günstigen gebrauchten E-Fahrzeugen haben aktuell mit dem „Ampera“ allerdings eine interessante Option, denn der Preisverfall bei diesem Modell ist sehr hoch. Für etwas über zehntausend Euro findet man schon Angebote.
Fazit: es ehrt Opel/GM schon, vergleichsweise früh ein solches Fahrzeug auf den Markt gebracht zu haben. Ein – wie im offiziellen Prospekt behauptet – „Meilenstein der Mobilität“ war es aber nicht.
P.S. Seit 2017 gibt es den Nachfolger „Ampera-e“ als reinen Stromer mit einer tatsächlichen Reichweite zwischen 350-500km. Das ist schon deutlich alltagstauglicher, der „Ampera-e“ ist allerdings teuer sowie schwer verfügbar. Der kürzlich präsentierte neuen „Corsa“ (F) soll ebenfalls als reines E-Fahrzeug kommen.