Opel-Persönlichkeiten: Heinrich Hauser

•18. August 2018 • Schreibe einen Kommentar

Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg brachte in Deutschland umwälzende gesellschaftliche und technische Veränderungen hervor. Diese wurden wiederum von vielen Kunstschaffenden aufgenommen und in ihren Arbeiten dargestellt.
Der Schriftsteller, Fotograf und Journalist Heinrich Hauser etwa beschäftigte sich gerne mit dem Thema Mensch und Technik. „Friede mit Maschinen“ nannte sich etwa eines seiner frühen Werke. 1928 erhielt er als zweiter Preisträger den „Gerhard-Hauptmann-Preis“ .
In den Dreißiger Jahren begann Hauser dann eine Zeit lang Sympathien für den Nationalsozialismus zu hegen – nicht so gut. Zudem begann er sich mit Opel, dem damals mit Abstand größten deutschen Automobilhersteller, zu beschäftigen.
In der Folge entstanden drei Werke zum Thema. Das erste, „Am laufenden Band“ , erschien 1936 und thematisierte unter anderem die Einbettung der Traditionsfirma in ihre Rüsselsheimer Umgebung.
Bekannter ist „Opel, ein deutsches Tor zur Welt“ , eine Festschrift zum 75jährigen Firmenjubiläum. Auch hier versuchte Hauser wieder, einen Einklang von Mensch und Technik darzustellen. Im Folgejahr erschien dann noch „Im Kraftfeld von Rüsselsheim“ , ein Bericht über die Arbeitsprozesse bei Opel. Alle drei Werke finden sich bisweilen noch im antiquarischen Buchhandel.
Der Autor selbst befand sich zu diesem Zeitpunkt allerdings schon im US-Exil, irgendwas hatte ihn dann anscheinend doch noch am NS-Regime gestört. Ein paar Jahre nach Kriegsende kehrte Hauser nach (West-)Deutschland zurück und machte schriftstellerisch und fotografisch weiter. Er starb 1955 im Alter von 54 Jahren.

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Sonstiges: Der „Georg von Opel-Preis“

•11. August 2018 • Schreibe einen Kommentar

In der Opel-Geschichte gab es immer wieder Aktivitäten und Erfolge im Sport sowie um den Sport herum, hauptsächlich natürlich bezogen auf Automobiles. Auch Mitglieder der Opel-Familie waren sportlich sehr erfolgreich unterwegs, etwa Friedrich Opel, Irmgard von Opel oder auch Georg von Opel.
Nach letzterem wurde der zwischen 1997 und 2003 verliehene „Georg von Opel-Preis“ benannt. Der Namensgeber war übrigens nicht nur ein erfolgreicher Sportler, sondern auch Mitbegründer der Deutschen Olympischen Gesellschaft.
Fokussiert wurde mit diesem Preis nicht rein auf gewonnene Medaillen oder errungene Sportrekorde, sondern etwa „Sportler in sozialer Verantwortung“ oder „Ehrenamtliche Helfer“ . Viele der Preisträger dürften zumindest vor ihrer Auszeichnung weithin unbekannt gewesen sein. Es gab zumindest in der Kategorie „Unvergessene Meister“ aber auch bekanntere Persönlichkeiten, etwa Roland Matthes oder Bernd Trautmann.

Opel-Klassiker: Das „Kiemen“-Coupé (1965-70)

•4. August 2018 • Schreibe einen Kommentar

1965 brachte Opel die „B“-Version des erfolgreichen „Kadett“ auf den Markt. Bemerkenswert im Vergleich zum Vorgänger waren hier vor allem gewachsene Dimensionen sowie eine erheblich ausgeweitete Zahl von Ausstattungsvarianten. Alleine vom Coupé gab es vier Karosserieformen, deren teuerste die sogenannte „Kiemen“ -Variante war.
Selbige Bezeichung – welche im Übrigen ja recht gut zur damals im maritimen Bereich angesiedelten Opel-Namensgebung passte – erhielt das Modell aufgrund seiner im Vergleich zum normalen Coupé ganz hochgezogenen C-Säule, welche drei markante Entlüftungsschlitze aufwies.
Dieses Auto verstrahlte definitiv Kleinwagen-Eleganz, der kommende Erzrivale VW konnte da mit seinem technisch veralteten „Käfer“ nicht gegen anstinken. Und obwohl die „Kiemen“-Version die teuerste war, verkaufte sie sich gut – wie die ganze „B“-Reihe überhaupt. Die ersten (ebenfalls populären) „Rallye-Kadett“ basierten übrigens auch auf dem „Kiemen“.
1970 wurde die Modellreihe dann gestrafft und der „Kiemen“ fiel raus. Heutige Exemplare in sehr guten Zustand sind selten auf dem Markt und kosten in jedem Fall fünfstellige Beträge.
Link: Einige „Kiemen“-Bilder auf flickr

Opel-Veredler: Karmann

•28. Juli 2018 • Schreibe einen Kommentar

Opels erstes richtiges Erfolgsauto war sicher der legendäre „Doktorwagen“. Dieser Opel-Klassiker wurde tatsächlich häufig von Ärzten genutzt, um über holprige Landstraßen bei Wind und Wetter in Richtung Patienten zu tuckern. Vorteil: er war robust. Nachteil: er bot den maximal zwei Insassen kaum Schutz vor Regen & Co.
Der Osnabrücker Wagenbauer Karmann schuf jedoch Abhilfe. Dessen „Stadt Coupé“ war eine geschlossene Version des „Doktorwagens“ für eine etwas urbanere Kundschaft.
Aerodynamikwerte waren damals noch kein Thema, deswegen wirkt das „Stadt Coupé“ mit seinem kurzen hohen Aufbau heutzutage vielleicht etwas skurril. Die Zahl der gebauten Einheiten ist nicht bekannt, viele waren es wahrscheinlich nicht. Erhalten ist eventuell nur noch dieses eine Exemplar. Sammler müssen sich also mit dem entsprechenden Modellauto der (inzwischen erloschenen) Firma „ZISS“ begnügen – kostet dafür nicht viel.
Karmann fokussierte hernach hauptsächlich auf „Adler“ -Modelle und machte sich ab den Zwanziger Jahren einen Namen als Spezialist für offene Fahrzeuge. Nach dem Krieg produzierte man für verschiedene Hersteller wie etwa BMW, vor allem aber Volkswagen.
Mitte der Sechziger Jahre kam es dann doch nochmal zu einer Zusammenarbeit mit Opel. Das elegante und sehr schnelle „Diplomat (A) Coupé“ wurde (leider nur) 347mal bei Karmann gefertigt – definitiv noch ein Opel-Klassiker.
Nach der Jahrtausendwende geriet die Firma aufgrund fehlender Aufträge in Schwierigkeiten und meldete 2009 Insolvenz an. Teile der Osnabrücker Werke gingen in den Besitz von VW über und dienen bis heute als Produktionsstandort für Pkw.

Opel-Zukunft: Neue Ausstattungslinie „Ultimate“

•21. Juli 2018 • Schreibe einen Kommentar

Ein interessantes Marktsegment, in dem Opel in den letzten Jahren unter seinen Möglichkeiten geblieben ist, ist das der Dienstwagen. Mal von Nutzfahrzeugen abgesehen, dominieren hier die deutschen Hersteller. Zählt man alle Konzernmarken zusammen, rangiert dabei die Volkswagen-Gruppe mit Abstand auf Platz Eins. Opel kommt erst weit dahinter ins Ziel, 2016 hatten sie weniger als sechs Prozent Marktanteil. Sogar Skoda lag vor den Rüsselsheimern.
Vielleicht ist das ein Hintergrund für die neue obere Ausstattungslinie „Ultimate“, welche seit 2017 für einige Opel-Modelle verfügbar ist. Denn deren Schwerpunkte „AGR“-Sitze, Konnektivität sowie wertigere Innenausstattung sind eigentlich für Kunden, die viel Auto fahren (müssen), geradezu prädestiniert. „Ultimate“ ist dabei nicht unbedingt die jeweils teuerste Ausstattungslinie.
Beim derzeitigen Spitzenmodell „Insignia“ gibt es dann noch die „Exclusive“ -Variante obendrauf. Deren Hauptmerkmal ist die Möglichkeit, das Fahrzeug in einer personalisierten Farbe zu erhalten. Das hat zwar seinen Preis, bietet aber tatsächlich die Möglichkeit, ein einzigartiges Großserienauto zu kreieren.
Man könnte so mit etwas Geschick gar ehedem verwendete Modellfarben wieder auferstehen lassen. „Farngrün“ , „Granatapfelrot“ oder „Kosmosblau“ haben es einfach nicht verdient, nie mehr einen Opel zieren zu dürfen…

Opel-Historie: Rückzug aus dem Automobilsport (1926-33)

•14. Juli 2018 • Schreibe einen Kommentar

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs nahm Opel trotz der allgemein schwierigen Wirtschaftslage bald wieder an Automobilrennen teil. Sie waren schlicht und einfach populär und aufgrund entsprechender Opel-Erfolge gut für das Firmenimage.
Mitte der Zwanziger Jahre kam es allerdings nach einem Rennen in Süddeutschland zu einem Eklat, denn mehrere Konkurrenten hatten sich über einen Regelverstoß der Rüsselsheimer beschwert. Der Vorwurf lautete auf eine Manipulation im Bereich der (vorgeschriebenen) Motorhauben-Verplombung. Inwieweit das tatsächlich zutreffend war oder nicht, kann man heute nicht mehr feststellen.
Jedenfalls überprüfte die „Oberste Nationale Sportkommission“ (ONS) die betroffenen Opel-Rennwagen und entschied, Opel aus der Rennwertung auszuschließen. Daraufhin eskalierte ein teilweise öffentlich ausgetragener Streit, welcher in einer Opel-Komplettsperre bis Ende 1927 gipfelte.
Diese Sperre wurde zwar wieder zurückgenommen (und Opel nahm dafür seine Vorwürfe gegenüber der ONS zurück), aber trotzdem verzichteten die offensichtlich beleidigten Rüsselsheimer für die Folgejahre auf weitere Renn-Werksauftritte. Erst 1933 kehrte das Traditionsunternehmen in den Automobilsport zurück, war dann aber sofort wieder erfolgreich.

Opel-Derivate: Chevrolet Montana / Opel Corsa Utility

•7. Juli 2018 • Schreibe einen Kommentar

Dass in Nordamerika Pick-Ups äußerst beliebt sind, dürfte allgemein bekannt sein. Monströs-sinnfreie Angeberkarren mit riesigem Spritverbrauch fahren da rum – bitte nicht nachmachen. Schon anders sieht es in Südamerika aus, wo Pick-Ups auch beliebt, aber einige Nummern kleiner sind – alltagstauglicher eben.
Mit der Konzernmarke Chevrolet ist Opels frühere Mutter GM hierbei auch seit langem gut vertreten. Der „Montana“ etwa wurde ab 2003 auf „Corsa“-Basis in Brasilien gebaut und erfolgreich nach Lateinamerika sowie Südafrika verkauft – dort übrigens als „Opel Corsa Utility“ .
Das „Montana“-Vorderteil lässt dabei klar den „Corsa“-Ursprung erkennen, das Pick-Up-Heck naturgemäß weniger. Zielgruppe dürften vor allem Handwerksbetriebe und Landwirte gewesen sein, denn das praktische kleine Teil bot über 700kg möglicher Zuladung.
2010 wurde die zweite „Montana“-Generation aufgelegt, diesmal auf Basis des Chevrolet „Agile“, welcher entfernt auch noch auf dem „Corsa“ basiert.
Generell muss sich schon fragen, warum so eine Klein-Pritsche in Europa nicht angeboten wurde, ein Markt ist mit Sicherheit auch hier vorhanden. Bestes hausinternes Beispiel ist der Opel-Klassiker „Campo“ .
Sofern Opel unter der neuen PSA-Ägide zukünftig wieder nach Südamerika exportiert, sollte man in Rüsselsheim und/oder Paris jedenfalls ernsthaft über ein solches Modell nachdenken.
Link: Bilder des „Montana“ (erste Generation)