Opel-Design: LCD-Anzeigen (1984)

•9. Oktober 2021 • Kommentar verfassen

1984 – eine mit vielen Assoziationen verbundene Jahreszahl. George Orwells gleichnamiger Roman etwa, einer ‚der‘ Klassiker dystopischer Literatur. Passend dazu war der Kalte Krieg zwischen Ost und West 1984 fast auf dem Höhepunkt. Und die kalifornische Hard-Rock-Band Van Halen veröffentlichte „MCMLXXXIV“. Sowohl das Album als auch dessen ausgekoppelte Single „Jump“ wurden höchst erfolgreich.

Und Opel? Nun, die Rüsselsheimer hatten wenige Jahre zuvor mit ihrem „Senator“ doch nochmal einen Versuch gestartet, im lukrativen Oberklassemarkt mitzumischen. Das Modell wurde in Fachmagazinen tatsächlich auch gelobt und gewann 1978 gar die Auszeichnung „Das Goldene Lenkrad“, auch die Verkaufszahlen waren zunächst recht ordentlich.

Nach der Modellpflege 1982 sackten die Verkäufe aber ab, weswegen „Senator“ sowie dessen Coupé-Ableger „Monza“ nochmals leicht verbessert wurden. Markante Neuerung im Armaturenbrett war eine ab Anfang 1984 in den jeweiligen Spitzenmodellen „Senator CD“ / „Monza GSE“ verbaute LCD-Anzeige, angeblich die erste von einem deutschen Autohersteller in Serie verbaute.

Das neue „Liquid Crystal Display“ der beiden Topmodelle bildete definitiv einen Unterschied zu den bislang gewohnten Rundinstrumenten. Balkendiagramme, grafische Leistungskurven sowie eine vergleichsweise klobige Geschwindigkeitsanzeige waren sicher Geschmackssache. Den Verkäufen hat die Neuerung offenbar nicht geholfen, geschadet vielleicht auch nicht. „Kadett (E) GSi“ und einige „Omega“ -Ausstattungslinien bekamen in den Folgejahren ähnliche Instrumente.

Fazit: vermutlich war es einen Versuch wert…

Link: Abbildungen der LCD-Instrumente auf autolichtblog.de https://www.autolichtblog.de/2017/11/15/willkommen-im-lcd-mausekino/

Sonstiges: Opelsteg Rüsselsheim

•2. Oktober 2021 • Kommentar verfassen

Opel hat ja eine große Rad-Vergangenheit, auch wenn diese schon ein Weilchen zurück liegt. Das Unternehmen fokussierte bekanntlich recht erfolgreich auf den Automobilbau, das Rüsselsheimer Werk wuchs und wuchs. Ein mittleres Ärgernis für Radler (aller Marken) war dabei allerdings der Umstand, dass das Werksgelände viele Jahrzehnte eine durchgängige Rad(wander)verbindung am südlichen Mainufer zwischen Mainspitze und Frankfurt blockierte. Statt dessen mussten die Pedalritter über stark befahrene Hauptverkehrsstraßen ausweichen – nicht ungefährlich.

Seit Herbst 2015 hat sich das zur Freude vieler Radler geändert: ein 440 Meter langer, mit den Spundwänden des (nicht mehr genutzten) Opel-Hafens verbundener Steg führt direkt am bzw. über dem Mainufer entlang. Die Kosten von mehr als zwei Millionen Euro trug zum größten Teil das Land Hessen, den Rest teilten sich die Kommunen Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach.

Abgesehen vom zügigeren und sichereren Durchkommen bietet die Fahrt über den Opelsteg auch reizvolle Ausblicke etwa auf Teile des Rheingauer Weinbaugebietes am nördlichen Mainufer; die Strecke ist denn auch recht ordentlich frequentiert. Vom Sprung in das wenigstens im Sommer lockende Nass ist aufgrund der Schadstoffbelastung jedoch leider abzuraten.

Opel-Persönlichkeiten: August Euler

•25. September 2021 • Kommentar verfassen

In den Pioniertagen der hiesigen Luftfahrt wirkte auch Opel etwas mit – als sozusagen treibende Kraft. Denn in den 1910er Jahren war das expandierende Rüsselsheimer Traditionsunternehmen ein nicht unwichtiger Hersteller von Flugzeugmotoren, insgesamt wurden mehrere tausend Einheiten überwiegend im Lizenzbau produziert. Das erste eigene Opel-Aggregat, ein Siebenliter-Vierzylinder, wurde vom Flugpionier August Euler beim Jungfernflug seines Euler-Doppeldeckers in Griesheim 1911 erfolgreich erprobt.

August Euler stammte ursprünglich aus dem Münsterland, studierte in Aachen, leistete mehrere Jahre Militärdienst, arbeitete dann bei mehreren Firmen als technischer Kaufmann und Konstrukteur; so gelangte er auch nach Frankfurt am Main.

Im unweit entfernten Griesheim gründete er 1908 die Euler-Flugmaschinenwerke, vermutlich Deutschlands erste Fabrik für Motorflugzeuge. Da selbige auch irgendwo starten (und landen) mussten, pachtete Euler im Folgejahr zudem einen Teil eines vor Ort gelegenen Exerzierplatzes, womit er auch der Gründer des ersten deutschen Motorflugplatzes gewesen sein dürfte. Dieser ist übrigens bis heute existent und trägt inzwischen den (kaum überraschenden) Namen „August-Euler-Flugplatz“.

1910 war Euler allererster Absolvent der deutschen Pilotenprüfung – also mal wieder Pionier. Euler führte auch den ersten deutschen Überlandflug durch (von Darmstadt nach Frankfurt) und erprobte wie bereits erwähnt Opels Flugmotor erstmals ‚live‘ in der Luft.

1912 wurden die Euler-Werke nach Frankfurt verlegt. Dort entstand auch eine Fliegerschule, in der unter anderem ein Bruder des Kaisers erfolgreich ausgebildet wurde. Im Sommer desselben Jahres erfolgte der allererste amtliche deutsche Postflug von Frankfurt nach Darmstadt – natürlich mit einem Euler-Doppeldecker.

Bis Kriegsende entwickelte Euler geschätzt mehrere Dutzend Flugzeugtypen, seine Werke produzierten mehrere hundert Flugzeuge. 1919 wurde das Unternehmen aufgrund des Versailler Vertrages geschlossen. Euler arbeitete kurzzeitig im neu geschaffenen Reichsluftamt und wurde Anfang der Zwanziger Jahre Privatier.

August Euler starb 1957, sein Ehrengrab befindet sich auf dem Frankfurter Hauptfriedhof. R.I.P.

Link zur Webseite des August-Euler-Museums: https://www.august-euler-museum.de/

Opel-Auszeichnungen: „Red Dot Design Awards“

•18. September 2021 • Kommentar verfassen

Designpreise gibt es viele – manche bekannt, manche nicht so bekannt. Eine vermutlich eher bekanntere Auszeichnung ist der seit etwa zwanzig Jahren verliehene „Red Dot Design Award“ . Selbiger wird jährlich von einer bisweilen wechselnden Jury in mehreren Kategorien vergeben, unter anderem im Bereich „Product Design“ .

Die generelle Anzahl der Auszeichnungen wurde dabei teilweise kritisiert wie auch der Umstand, dass Teilnahme sowie Erwähnung im Jahrbuch kostenpflichtig sind. Andererseits ist der Designpreis tatsächlich international bekannt und bietet so gegebenenfalls auch einen ordentlichen Multiplikatoreneffekt. Nota bene: laut Homepage werden jährlich immerhin über 18.000 Einreichungen aus über 70 Nationen vermerkt.

Aber nun interessieren wir uns doch lieber für die bislang (nur!?) drei ausgezeichnetenen Opel-Produkte, besser gesagt: Autos. 2011 gewann die zweite Auflage des „Meriva“ (der mit den gegenläufig öffnenden Fondtüren), 2012 der schnittige „Astra GTC“ sowie 2013 der nach wie vor schnucklige „Adam“ . Mindestens letztere beide vermissen wir weiterhin schmerzlich im Opel-Programm. Außerdem wurden noch einige Opel-Marketingkampagnen ausgezeichnet, unter anderem die fast schon legendäre „Umparken…“-Kampagne.

Inzwischen existieren drei „Red Dot“ Designmuseen, davon zwei in Asien sowie eines in – Überraschung – Essen, wo ein Teil der ehemaligen Zeche Zollverein – inzwischen als „Weltkulturerbe“ besonders geschützt – auf mehreren Etagen diverse Gestaltungsklassiker beherbergt. Ein Besuch lohnt sich sicherlich, deshalb hier der Link zur Museumsseite: https://www.red-dot-design-museum.de/essen

Opel-Historie: Umstellung auf Linkslenkung

•11. September 2021 • Kommentar verfassen

Die allerersten Opel-Automobile waren in der Gestaltung noch klar von Kutschen abgeleitet – nicht zuletzt bezeichnete man sie damals auch als „Kraftdroschken“ . Und noch ein Merkmal wurde von Kutschen übernommen, nämlich die Rechtslenkung (Kutscher saßen meist rechts auf dem Bock). Letztere ist zumindest in Kontinentaleuropa inzwischen doch eher selten anzutreffen, um nicht zu sagen äußerst exotisch geworden – aber wie kam es überhaupt dazu?

Ursache der kompletten Umstellung auf Linkslenker war natürlich die Einführung eines Rechtsfahrgebotes. Als dessen historischer Vorläufer wird häufig die Napoleonische Besatzungszeit genannt – welche allerdings (dankenswerterweise) nicht ewig währte. Hernach scheint es in Kontinentaleuropa ein Durcheinander bzw. ein Fehlen entsprechender Fahrgebote gegeben zu haben.

Bei Opel jedenfalls waren Rechtslenker bis Mitte der Zwanziger Jahre hinein gängig. Auch der Opel-Klassiker „Laubfrosch“ wurde zu Beginn entsprechend produziert – vielleicht absichtlich, da dies einen klaren Unterschied zum ‚Vorbild‘ CitroënTyp C“ darstellte. Ab der 16-PS-Version des „Laubfrosch“ Ende 1926 gab es diesen wie auch die anderen Opel-Modelle nur noch mit Linkslenkung.

Das war vermutlich eine Art vorauseilender Gehorsam, denn im Folgejahr wurde in den meisten Ländern Europas auf Rechtsverkehr umgestellt. 1967 folgte mit Schweden das letzte kontinentaleuropäische Land.

Opel-Klassiker: Corsa (A) GSi

•4. September 2021 • Kommentar verfassen

Anfang der Achtziger Jahre rundete Opel mit dem künftigen Kleinwagen-Klassiker „Corsa“ seine Modellpalette nach unten ab. Zeit war’s, denn die nationale Konkurrenz aus Wolfsburg und Köln hatten vergleichbare Modelle schon ein paar Jahre im Angebot, französische Hersteller und Fiat sowieso.

Der „Corsa“ war in seiner Klasse ziemlich schnell erfolgreich, was sich bis heute gehalten hat. Bis zum Erscheinen einer knackigen Sportversion dauert es dennoch einige Jahre, aber 1988 war es endlich soweit: der (optisch nur wenig veränderte) „GSi“ durfte an den Start. Gebaut wurde er wie übrigens alle „Corsa“ im spanischen Zaragoza.

Ein handliches Fahrwerk sowie unter der Haube ein durchzugsstarker 1.6-Liter-Motor, welcher es auf immerhin knapp 190 Spitze brachte – „GSi“ dürften für Fahranfänger recht verlockende Objekte gewesen sein. Preislich lagen sie allerdings auf Augenhöhe mit dem „Kadett GSi“. Nota bene: dessen deutlich stärkerer Motor soll angeblich auch in den „Corsa“-Motorraum gepasst haben…

Stichwort Fahranfänger: kräftige Kleinwagen waren zu Beginn der Achtziger ziemlich angesagt, bis heute überlebt haben nur wenige. Das gilt leider auch für den „Corsa GSi“. Verifizierte Marktpreise lassen sich deshalb kaum darstellen.

Opel-Derivate: Daewoo Espero

•28. August 2021 • Kommentar verfassen

So ungefähr in den Neunziger Jahren drängten die ersten koreanischen Automobilhersteller auf den hiesigen Markt. Sie hatten es sicher nicht leicht, denn das Image der Koreaner als Autobauer war damals eher schlecht, es gab Vorbehalte bezüglich der Qualität.

Vielleicht nicht ganz zu Unrecht. 1995 versuchte sich die mittlerweile nicht mehr existente Firma Daewoo mit dem „Espero“ eher schlecht als recht auf dem europäischen Markt. Dabei war das Design des Fahrzeugs immerhin vom namhaften italienischen Designbüro Bertone gestaltet worden.

Die technische Grundlage des Modells war allerdings Opels Klassiker „Ascona“ (C), d.h. sie war ungefähr zehn Jahre alt… Selbiger „Ascona“ war Mitte der Neunziger denn auch schon einige Jahre nicht mehr im Programm, vom Nachfolger „Vectra“ stand die zweite Generation gerade in den Startlöchern.

Zielgruppe des „Espero“ waren naturgemäß ‚preissensitive‘ Käuferschichten. Besonders gut dürfte sich das Modell trotzdem nicht verkauft haben. Angeblich gab es des öfteren Elektrik-Probleme und später auch Schwierigkeiten bei der Ersatzteilbeschaffung.

Das Unternehmen Daewoo wurde nach finanziellen Schwierigkeiten Anfang des neuen Jahrtausends aufgelöst.

Opel-Veredler: Gottlob Auwärter

•21. August 2021 • Kommentar verfassen

Eigentlich kann man sich immer noch wundern, dass Opel sein langjähriges Lkw-Erfolgsmodell „Blitz“ nach mehreren Jahrzehnten in den Siebzigern ersatzlos einstellte. Klar – dessen Verkaufszahlen waren zuletzt nicht mehr besonders, was aber sicher zu einem nicht unerheblichen Teil am (zu) lange fehlenden Dieselmotor lag. Trotzdem schade.

Ein Sprung zurück in die Dreißiger Jahre. Der „Blitz“ verkauft sich super und nicht nur das – er dient auch diversen Karosseriebauern als Grundlage für teilweise spektakuläre, mindestens aber schöne Omnibuskarosserien. Zum Beispiel Gottlob Auwärter aus Möhringen (heute zu Stuttgart gehörig).

Auwärter machte sich 1935 selbstständig, nachdem er zuvor einige Jahre im Familienbetrieb als Karosseriebauer tätig gewesen war. Seine ersten Omnibusse entstanden auf – na logisch – „Blitz“-Grundlage; motorisiert wurden sie vor allem mit Opels klassischen 3.6-Liter-Sechszylinder, welcher auch im Vorkriegs-„Admiral“ zum Einsatz kam.

Etliche Auwärter-Busse wurden wie viele ihrer ‚Kollegen‘ nach Kriegsausbruch von der Wehrmacht requiriert und im harten Kriegseinsatz verschlissen, ein paar haben aber bis heute überlebt bzw. wurden wieder restauriert.

Auwärter-Bus auf Blitz-Grundlage im Verkehrszentrum des Deutschen Museums München

Auwärter-Bus auf Blitz-Grundlage im Verkehrszentrum des Deutschen Museums München

Nach dem Krieg bevorzugte Auwärter zunächst Daimler-Benz als Grundlage für seine Busse, bevor er 1953 seinen ersten selbsttragenden Bus präsentierte. Dieser sogenannte „Neoplan“ und seine Nachfolgemodelle wurden in den Folgejahrzehnten weltweit bekannt.

Gottlob Auwärter verließ die Unternehmensleitung Mitte der Sechziger Jahre, er verstarb 1993. Die Firma selbst wurde 2001 an MAN verkauft und passenderweise in Neoplan umbenannt, sie existiert bis heute. In Möhringen gibt es inzwischen außerdem ein kleines, dem Unternehmensgründer gewidmetes Museum.

Opel-Historie: Der Fünfmillionste Bochum-Opel (1975)

•14. August 2021 • Kommentar verfassen

Ende April 1975 gab es im Bochumer Opelwerk was zu feiern. Denn man hatte dort den fünfmillionsten Opel produziert – es war ein „Kadett“ (C). Nach ungefähr zwölfeinhalb Jahren Existenz hatte das Bochumer Werk somit bereits knapp vierzig Prozent aller in der langen Firmengeschichte gebauten Automobile hergestellt – Respekt.

Von den dortselbst gefertigten Pkw waren bis dato zirka zwei Drittel „Kadett“-Versionen, die restliche Produktion verteilte sich auf „Manta“ und „Ascona“ . Alles längst Opel-Klassiker. Ach ja, du gute alte Opel-Zeit.

Das Jubiläumsfahrzeug wurde übrigens der ARD-Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne“ gespendet. Proporz musste offenbar sein, ergo ging das erste Fahrzeug der nächsten Million – auch ein Kadett – dann gleich an das ZDF-Pendant „Aktion Sorgenkind“ . Ob und wo die beiden Fahrzeuge im Gegensatz zum Opelwerk Bochum noch existieren, ist unklar (wäre aber schön zu wissen).

Opels Classic Sammlung virtuell begehbar

•7. August 2021 • Kommentar verfassen

Zur Abwechslung mal etwas ganz Aktuelles – und gleichzeitig Historisches. Opels legendäre Classic Sammlung in Rüsselsheim, eine Ausstellung vieler historischer Opel-Fahrzeuge, ist seit wenigen Tagen nun auch virtuell zu besichtigen. Als Schnupper-Rundgang, Erinnerungsauffrischung oder auch als Ersatz für einen verpassten Besuch.

Opel bietet dafür auf seiner Homepage einen sogenannten 360°C-Rundgang durch die werkseigene Klassiker-Halle K6 an. Alternativ können Interessierte auch direkt zu einzelnen Themenbereichen der Sammlung navigieren, zu den „Roaring Twenties“ etwa.

Die Opel Classic Sammlung bietet nicht nur Modelle, welche man teilweise sowieso kennt oder kannte, sondern auch etliche Unikate, Prototypen & Co. Ein Schrittmacher-Motorrad von 1920 etwa, den „Eco Speedster“ von 2003 oder das „Elektro GT“-Rekordfahrzeug von 1977. Zu einigen wenigen Ausstellungsstücken finden sich auch noch Zusatzinformationen – hier dürfte es aber durchaus gerne etwas mehr sein.

Nichtsdestotrotz finden wir den 360°-Rundgang super. Hier der Link dazu: https://www.opel.de/opel-erleben/opelclassic-museum.html