Opel-Veredler: Kühn (Halle/Saale)

•13. April 2019 • Schreibe einen Kommentar

Bekanntlich präsentierte Opel 1935 mit seinem „Olympia“ das erste deutsche Automobil mit selbsttragender Karosserie. Für eine Übergangszeit bauten die Rüsselsheimer aber auch noch Modelle mit Fahrgestell und separatem Aufbau. Gut für die damals prosperierenden Karosseriebauer, einer davon war die Hallenser Firma Otto Kühn.
Wie viele andere Mitbewerber war auch die Kühn ursprünglich ein Stellmacherbetrieb. In den Zwanziger und Dreißiger Jahren begann man dann mit dem Bau von Opel-Sonderkarossen. Auf Basis des „8/40 PS“ entstanden so etwa eine sogenannte „Luxus-Limousine“, ein „Droschken-Landaulet“ oder auch eine Kombiversion.
Mit etwas veränderter Frontpartie bot Kühn den Opel-Klassiker unter der Bezeichnung „Kühn K8“ gar kurzzeitig als eigenes Modell an.
Anfang der Dreißiger Jahre geriet Kühn in finanzielle Turbulenzen, konnte jedoch gerettet werden. Gut so, denn von Opels „1,3 Liter“ und „Super 6“ fertigten die Hallenser jeweils die Roadsterversion – beide übrigens ziemlich schön.
Nach dem Krieg wurde Kühn mit der Firma Kathe & Sohn zum VEB IFA-Karosseriewerke Halle fusioniert.
Link: Bild Opel Super 6 Roadster (Karosserie Kühn)

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Opel-Erfolge: Rekordfahrt Frankfurt – Paris (1892)

•6. April 2019 • Schreibe einen Kommentar

Im letzten Jahrzehnt des Neunzehnten Jahrhunderts steigerte sich Opels Fahrradproduktion enorm – die Rüsselsheimer Velos waren populär geworden. ‚Schuld‘ daran hatten nicht zuletzt die fünf Söhne des Firmengründers Adam, welche es zusammen auf mehrere hundert (!) Siege bei Radrennen brachten.
Spitzenreiter war Fritz mit insgesamt 180 ersten Plätzen, danach kam Heinrich mit immerhin 150. Letzterer errang zudem 1892 bei der Fernfahrt Frankfurt – Paris einen ganz besonderen Erfolg. In der neuen Rekordzeit von 80 1/2 Stunden absolvierte er die in drei Tagesetappen abgefahrene, ungefähr 600km lange Strecke. Die bestehende Bestzeit wurde dabei um fast dreißig Prozent unterboten.
Klar, mit einem modernen Leichtbau-Fahrrad auf heutiger Straßenqualität könnte man das viel schneller schaffen – aber damals war die Zeit eine Sensation und damit natürlich (mal wieder) ein entsprechender Werbeeffekt. Heinrichs Velo war eine „Opel-Viktoria-Blitz-Tourenmaschine“ , eines der ersten Niederräder von Opel. Ob irgendwo noch ein erhaltenes Exemplar existiert ist nicht bekannt.

Opel-Klassiker: Manta (A) GT/E

•30. März 2019 • Schreibe einen Kommentar

Der seit 1970 erhältliche „Manta“ kam in seiner Formgebung elegant und halbwegs dynamisch daher, weswegen er sich auch erfolgreich verkaufte. Trotzdem hatte das schöne Coupé vor allem im Vergleich mit dem Erzrivalen Ford „Capri“ doch einen Nachteil: die Motorisierung.
Denn selbst das 90-PS-Aggregat des 1,9 Liter „S“ brachte den Rüsselsheimer Rochen nur auf maximal 170 Spitze, Sechszylinder hatte der „Manta“ gar nicht im Angebot. Doch im letzten „A“-Produktionsjahr schufen Opels Ingenieure Abhilfe – der „GT/E“ ward geboren.
Das neue „Manta“-Spitzenmodell hatte zwar nach wie vor nur vier Zylinder, erreichte dank eingebauter Bosch L-Jetronic (= elektronisch geregelter Einspritzanlage) aber immerhin 105 PS und 188 Spitze – das war schon etwas besser. Fahrwerk und Dämpfung des „GT/E“ waren im Vergleich zum Basismodell ebenfalls etwas verändert.
Und nicht zuletzt auch dessen Optik. 185er Breitreifen, schwarze Zierstreifen an Seite und Frontspoiler sowie eine schwarze Motorhaube verliehen dem Sport-„Manta“ deutlich mehr Wucht, ohne deshalb übertrieben aggressiv zu wirken. Insgesamt wurden 5252 Einheiten verkauft, der „GT/E“-Neupreis lag mit 12.525 DM dabei immerhin einige tausend über dem des „S“.
Zum Schluss des leider kurzen „GT/E“-Gastspiels erschien noch eine „Black Magic“ -Edition.
Während schwächer motorisierte „A“-Exemplare aktuell immer noch relativ günstig erhältlich sind, ist die Schnäppchenzeit für „GT/E“-Interessenten inzwischen leider vorbei. Gut erhaltene unverbastelte Exemplare sind selten und entsprechend teurer.

Opel-Unikate: Irmscher GT i40

•23. März 2019 • Schreibe einen Kommentar

Der schwäbische Automobilbauer und -veredler Irmscher fand nur wenige Jahre nach seiner 1968er Firmengründung den Weg zu Opel, was seither zu etlichen umgebauten und/oder aufgepeppten Opel-Modellen führte. Zum vierzigsten Firmenjubiläum gestatteten sich die Remshaldener, einen „Opel GT Roadster“ mal ein wenig aufzufrischen.
Wobei – der serienmäßige 264 PS-Antrieb des Teils bot eigentlich schon mehr als genug Leistung, immerhin erreichte der heckangetriebene Zweisitzer eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 230 km/h. Reicht eindeutig, für ein offenes Fahrzeug sowieso.
Offenbar nicht für Irmscher. Die setzten nämlich einen knallrot lackierten Corvette-V8 in den umgebauten Motorraum. Natürlich nicht einfach nur das Serienaggregat, sondern ein auf 480 PS getuntes… Auch Fahrwerk, Getriebe, Vorderachse und Auspuffanlage wurden ziemlich überarbeitet.
Geplant waren weiterhin verstärkte Bremsen (besser so!) und eventuell auch eine andere Hinterachse – der „i40“ hatte nämlich ordentlich Power. Gute vier Sekunden bis hundert und 275 Spitze kratzten schon am Supersport-Bereich.
Aus der anvisierten Kleinserie wurde dann doch nichts, vermutlich wären die zunächst kalkulierten 65.000€ je Exemplar aufgrund der notwendigen weiteren Umbauten nicht zu halten gewesen. Zudem wurde das zum „Cabrio of the Year 2007″ gekürte Basismodell bereits 2009 wieder eingestellt.

Opel-Konzeptfahrzeuge: Filo (2001, Bertone)

•16. März 2019 • Schreibe einen Kommentar

Mal wieder der Genfer Autosalon, diesmal im Jahre 2001. Opel präsentierte eine Supersport-Kracherstudie namens „Astra OPC X-treme“ – obwohl die eigentlich eher auf eine Ausstellung für straßentaugliche Flugzeuge gehört hätte…
Erheblich alltagspraktikabler war da das neue Cabriolet des ewigen Opel-Klassikers „Astra“, gestaltet und produziert vom legendären Turiner Karosseriebauer Bertone.
Stichwort Bertone: die stellten gleich noch eine Kleinstwagen-Studie für Opel vor, genannt „Filo“ . Übersetzt heißt das etwa Faden, Schnur oder Draht.
Ein recht passender Name, denn das Besondere am „Filo“ war diesmal eher nicht tolles italienisches Design, sondern der vordere Innenraum. Dort suchte man vergebens nach Pedalen oder einem Lenkrad, stattdessen erblickten Interessenten einen stark an Flugzeuge erinnernden Steuerknüppel, welcher mittels „Drive-by-wire“ die entsprechenden Signale an Motor oder Bremsen übermittelt hätte.
Klare Vorteile gerade für Fahrzeuge dieser Größe erbrächte eine derartige Gestaltung natürlich für die Beinfreiheit der vorderen Insassen (siehe Link: Bilder des Bertone Opel Filo 🙂 ). Praktische Portaltüren gab’s auch noch dazu – nicht wirklich futuristisch allerdings, sowas hatte schon der 48er „Kapitän“ .
Fazit: technisch viel Zukunftsmusik, speziell im Bereich der Bremssteuerung. Wo das Teil abgeblieben ist, bleibt unklar; Bertone selbst existiert seit einigen Jahren (leider) nicht mehr.

Opel-Zukunft: Brexit – Gefahr für ein englisches Werk?

•9. März 2019 • Schreibe einen Kommentar

Inzwischen dürfte es wohl jeder mitbekommen haben: bei einem Referendum stimmten 2016 etwas mehr als die Hälfte der Briten für den Austritt des Landes aus der EU. Kurz vor dem geplanten Austrittstermin Ende März 2019 sind die genauen Modalitäten dieses EU-politisch bislang einmaligen Ereignisses nach wie vor völlig unklar. Ob es nach dem Abgang etwa zur Erhebung von Einfuhrzöllen oder einem Freihandelsabkommen zwischen EU und dem Vereinten Königreich kommen wird, weiß – Stand heute – immer noch niemand. Alles ein Wahnsinn.
Einige der vor dem Referendum maßgeblichen Anti-EU-Populisten haben sich inzwischen längst vertrollt und das Polit-Chaos anderen überlassen. Die Suppe auslöffeln dürfen neben den Bürgern auch viele Unternehmen, last but not least Automobilbauer. Deren Produkte bestehen aus vielen tausend Komponenten, welche teilweise vorgefertigt vom oder zum Kontinent geliefert werden – Motoren zum Beispiel. Das wäre bei etwaigen zusätzlichen Zollgebühren und -kontrollen zukünftig möglicherweise nicht mehr wirtschaftlich.
Betroffen ist auch unser Rüsselsheimer Traditionsunternehmen. Denn Opels britische Tochter Vauxhall fertigt in seinen beiden Werken nicht nur Rechtslenker-Versionen für den heimischen Markt, sondern auch Modelle für den Kontinent. Während Luton kürzlich den Produktionszuschlag für die neuen „Zafira Life“ & „Vivaro“ erhielt, wurden in Ellesmere Port im letzten Jahr einige hundert Stellen gestrichen, offiziell als Restrukturierungsmaßnahme. Kein gutes Zeichen.
Da der dort hergestellte Opel-Klassiker „Astra“ ganz sicher eines der Opel/Vauxhall-Schlüsselmodelle ist, könnte ein ungeordneter Brexit also zu einer Produktionsverlagerung etwa nach Gliwice (Gleiwitz) / Polen führen.

Opel-Historie: Verkaufsstart in Chile (2012)

•2. März 2019 • Schreibe einen Kommentar

Durch die Übernahme seitens der Groupe PSA könnten Opel in Zukunft wesentlich mehr Märkte als bisher offenstehen – sofern die Rüsselsheimer Fahrzeuge nicht mehr auf einer GM-Plattform basieren, wie es aktuell bei ungefähr der halben Modellpalette noch der Fall ist. Es braucht also noch etwas Geduld, bis etwa Lateinamerika als Markt angesteuert werden kann.
Aber eine kleine Ausnahme gibt es doch: Chile. Dort ist Opel nämlich seit 2012 parallel zum GM-Konkurrenten Chevrolet präsent. Der Grund ist nicht ganz klar, vielleicht war die Marktgröße einfach nicht relevant genug. Die Lateinamerika-Schwerpunkte der Detroiter sind verständlicherweise die bevölkerungsreichsten Länder Mexiko, Brasilien und Argentinien; im dünn besiedelten Chile wurden damals nur gut dreihunderttausend Pkw/Jahr abgesetzt, der Markt ist seitdem jedoch klar gewachsen.
Aber egal, ein Fuss in der Latino-Tür für die Rüsselsheimer. Aktuell gibt es zehn Händler vor Ort, folgende Vehículos werden derzeit angeboten: „Astra“ (nur als Fünftürer), „Crossland“, „Grandland“, „Corsa“, „Mokka“ sowie als Spitzenmodell „Insignia“ (nur als „Grand Sport“). Nutzfahrzeuge fehlen bislang im Opel-Angebot, hier wären sicher entsprechende Allradmodelle eine Hilfe.