Opel-Familie: Friedrich Opel

•22. Januar 2022 • Kommentar verfassen

Es ist sicher schwer zu sagen, welcher der fünf Opel-Söhne den wichtigsten Einfluss auf die Unternehmensentwicklung hatte. Es könnte Friedrich gewesen sein, der zweitjüngste von ihnen. Obwohl er in der (damaligen) Öffentlichkeit vielleicht eher als extrem erfolgreicher Radsportler (und später auch als Automobilrennfahrer) bekannt war (er gewann auf Opel-Rädern ungefähr 180 [sic!] erste Preise), war er an mehreren wichtigen Unternehmensentscheidungen beteiligt.

Denn der auch als „Fritz“ bekannte Friedrich war vom Fach: er hatte in Mittweida Maschinenbau studiert und kurz danach zusammen mit Bruder Wilhelm – ebenfalls Ingenieur – maßgeblichen Anteil an der Übernahme der Anhaltischen Motorwagenfabrik Friedrich Lutzmanns genommen. Friedrich war an der Konstruktion der ersten Opel-Motorräder (eher: Motor-Fahrräder) beteiligt sowie an der ersten Eigenkonstruktion eines Opel-Automobils. Hierfür soll er – wieder zusammen mit Bruder Wilhelm – einen der in Lizenz gebauten Darracq bis auf die allerkleinste Schraube in sämtliche Einzelteile zerlegt haben, um mögliche Verbesserungen oder Modifikationsmöglichkeiten herauszufinden. Offensichtlich mit Erfolg…

Nach dem Ersten Weltkrieg war Friedrich dann an den beiden vielleicht wegweisendsten Entscheidungen der Firmengeschichte beteiligt. Die erste war die Umstellung auf Fließbandproduktion, welche mit dem Opel-Klassiker „Laubfrosch“ bekanntlich sofort zum Volltreffer avancierte. Die zweite, wieder zusammen mit Wilhelm, war der Unternehmensverkauf an General Motors und damit eventuell die Firmenrettung kurz vor der Weltwirtschaftskrise 1929.

Friedrich Opel war nie verheiratet und blieb kinderlos. Er erhielt im Gegensatz zu seinen drei älteren Brüdern auch nie einen Adelstitel. 1938 verstarb Friedrich im Alter von 63 Jahren und wurde natürlich im Familienmausoleum in Rüsselsheim bestattet. R.I.P.

Opel in der Populärkultur: Louis de Funès ‚erfährt‘ von der Übernahme durch PSA

•15. Januar 2022 • Kommentar verfassen

Die sogenannten Sozialen Medien sind ja zumindest für jüngere Altersgruppen längst zum relevanten Multiplikator im Bereich der Werbung avanciert. So konnte es auch nicht weiter verwundern, dass auch die Opel-Übernahme seitens PSA dort irgendwie thematisiert werden würde.

Tatsächlich entstand in diesem Zusammenhang ein (kurzes) Video mit dem seligen französischen Komiker Louis de Funès. Natürlich nicht neu gedreht – das wäre schwierig geworden, der legendäre Louis verstarb bereits vor einigen Jahrzehnten. Das Video ist eigentlich ein Ausschnitt aus seinem 1971 entstandenen Film „Hasch mich, ich bin der Mörder“ (der weniger dumme Originaltitel lautete schlicht „Jo“), welcher leicht umsynchronisiert wurde.

Witzischkeit: naja. Hier ein Link zum Video auf Youtube (mit französischen Untertiteln): https://www.youtube.com/watch?v=NAyT0mhbzwQ

Opel-Historie: „C@rWeb“ (2002)

•8. Januar 2022 • Kommentar verfassen

Die Innovationszyklen der ITK sind schon ziemlich heftig. Steigende Speicherkapazitäten, schnellere Prozessoren, immer raffiniertere Smartphones mit immer besseren Kameras. Ungefähr zwanzig Jahre ist es her, als man von derartiger mobiler Konnektivität nur träumen konnte. Damals, als die Qualität heutiger Mobilfunksysteme noch ferne Zukunftsmusik war, startete Opel immerhin schon mal einen kleinen, praktischen Telematikdienst: „C@rWeb“ .

Dabei handelte es sich um einen Internetzugang im Auto, welchen Opel für die meisten Modelle optional anbot. Das Ganze bestand aus einem Mobiltelefon sowie einem „Personal Digital Assistant“ (PDA), welche jeweils in einer eigenen fest verbauten Halterung steckten. PDA? Das waren kleine tragbare Computer, welche hauptsächlich als Terminplaner, Notiz- oder Adressbuch genutzt wurden – aber auch als GPS-Navis.

Letztere Funktion war wahrscheinlich auch die attraktivste im „C@rWeb“-Kontext. Im Prinzip konnten Nutzer über einen Opel-Online-Service zwar auch E-Mails versenden oder im Netz surfen, das dürfte angesichts des sehr kleinen PDA-Bildschirms aber vermutlich eher nervig gewesen sein.

Kosten, Verkaufszahlen, Stabilität & Qualität der Datenübertragung? Unbekannt. „C@rWeb“ wurde irgendwann wieder eingestellt. Vielleicht war das Systen zu starr auf bestimmte Endgeräte fixiert, vielleicht zu teuer – oder „TomTom“ war einfach praktischer. Fazit: netter Versuch.

Opel-Veredler: Voll (Würzburg)

•1. Januar 2022 • Kommentar verfassen

Mitte der Zwanziger Jahre gründete Josef Voll in Würzburg eine Reparaturwerkstatt für Automobile. Bald begann das Unternehmen mit der Fertigung von Sonderaufbauten, sowohl in Kleinserien als auch in Einzelanfertigungen. Das Kundenspektrum war recht breit, Voll fertigte etwa Polizei- und Feuerwehrfahrzeuge oder auch Wohnmobile.

Basis der Umbauten war meistens der Opel-Klassiker „Blitz“, bisweilen auch der „L 4500“ von Mercedes-Benz. Notiz am Rande: wie der „Blitz“ war auch der Mercedes eines der verwendeten Basisfahrzeuge für das Wehrmacht-Halbkettenfahrzeug „Maultier“ .

Die starke Fokussierung auf den „Blitz“ als Ausgangsbasis könnte ab den Sechziger Jahren dazu geführt haben, dass Voll allmählich wirtschaftliche Probleme bekam. Denn Opels Lkw-Klassiker verkaufte sich in diesen Jahren nicht mehr so gut wie ehedem, zudem stellte Opel die Produktion von Nutzfahrzeugen Mitte der Siebziger Jahre für einige Zeit komplett ein.

Voll hielt sich zwar noch etwas, wurde aber 1984 von der im englischen Dover ansässigen Firma Hammond übernommen. Fortan baute das Unternehmen einige Jahre Opel „Ascona“ (C) zum Cabrio um (siehe entsprechenden Artikel). Spätestens ab der Ablösung des „Ascona“ durch den „Vectra“ 1988 lief es nicht mehr gut für Voll, nach einem weiteren Verkauf musste das Unternehmen 1992 schließen.

2021 – wie war das Jahr für Opel?

•25. Dezember 2021 • Kommentar verfassen

Es hätte so schön sein können. Das Jahr nach den Lockdown-bedingten Einbrüchen schien zunächst gut zu starten, Opels Verkaufszahlen im ersten Halbjahr sahen ganz ordentlich aus. Doch dann kam – natürlich auch für die Wettbewerber – die Chipkrise, das Werk Eisenach musste im Herbst aufgrund der Lieferengpässe erst mal schließen und seine Beschäftigten in Kurzarbeit schicken. Und da vorerst weder Coronavirus noch Chipmangel zu verschwinden scheinen, könnte auch das kommende Jahr umsatzmäßig entsprechend durchwachsen ausfallen.

Was tat sich sonst noch bei Opel? Mit Uwe Hochgeschurtz ist seit September ein neuer CEO, vulgo: Chef, am Start. Außerdem sorgte ein neues Konzeptfahrzeug in altem Gewand für etwas Aufregung, der „Manta GSe Elektromod“ nämlich. Das rein elektrisch angetriebene Teil soll angeblich zur Mitte des Jahrzehnts tatsächlich gebaut werden, dürfte dann aber äußerlich noch etwas Veränderung erfahren. Und vielleicht heißt es dann „Monza GSe“ oder „Calibra GSe“, wer weiß. Wie auch immer, Hauptsache mal wieder eine eigenständige Coupé-Baureihe.

Stichwort „e“: demnächst erhältlich ist der Kleinstwagen „Rocks-e“ , de facto ein Klon des Citroën „Ami“. Prognose: mit den avisierten maximalen 45 Kilometern Spitze wird dieses Fahrzeug ganz sicher keine Wunderwaffe, sondern eher ein Ärgernis mehr im Stadtverkehr (siehe auch: E-Scooter).

Und noch ein Neuer: Gut Ding will Weile haben, aber nun bringt Opel tatsächlich ein erstes Serienfahrzeug mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technik auf den Markt, den „Vivaro-e Hydrogen“ nämlich. Er soll an die 400 Kilometer Reichweite haben und innerhalb weniger Minuten vollgetankt sein – klarer Vorteil gegenüber dem reinen Stromer. Jetzt braucht es nur noch ein paar mehr Wasserstofftankstellen… Aber trotzdem: Daumen hoch.

Wenn wir schon am Loben sind, dann darf der neue „Astra“ nicht fehlen. Markant gezeichnet, sieht die „L“-Ausgabe des ewigen Opel-Klassikers zumindest als Limousine sehr einprägsam aus und könnte ähnlich gut oder noch besser einschlagen wie der neue „Mokka“, zumal die Motorenauswahl umfangreicher sein dürfte.

Fazit: es bleibt also schon wieder weiterhin spannend bei Opel!

Opel-Historie: Ein Opelmotor auf Grönlandexpedition (1930)

•18. Dezember 2021 • Kommentar verfassen

Einer der Pioniere der (Nord-)Polarforschung war der 1880 in Berlin geborene Alfred Wegener. Der auch als Meteorologe und Theoretiker der Kontinentalverschiebung bekannte Wegener unternahm insgesamt drei Grönlandfahrten, bei deren letzter er 1930 auch den Tod fand.

Jene letzte Wegenersche Grönlandfahrt war allerdings aufgespalten: Wegener selbst verschiffte sich mit dem größeren Teil der Expedition nach dem westgrönländischen Ukkusissat zur „Weststation“, während ein kleiner Trupp von drei Mann zum ostgrönländischen Scoresby-Sund (heutiger Name: Kangertittivaq) aufbrach, um dort ein Jahr lang meteorologische und aerologische Messungen durchzuführen. Leiter dieser Teilexpedition war Dr. Walther Kopp.

Natürlich brachten die drei für den langen Aufenthalt in Grönland allerlei Gepäck und Ausrüstung mit, unter anderem auch einen Opelmotor (der genaue Typ wird leider nicht beschrieben). Dieser diente als Antrieb für die sogenannte Drachenwinde, mit welcher das Verbindungskabel zu den eingesetzten Messdrachen und -ballons wieder eingeholt wurde. Dabei ging es immerhin um mehrere Kilometer Kabel.

Kopp & Gefährten hatten während ihres knapp einjährigen Aufenthaltes in der „Oststation“ mit einigen Problemen und natürlich starker Kälte zu kämpfen, aber der „brave Opel“ bewährte sich gut. Einziges Problem war dessen Auftauen.

Denn laut Bericht (siehe Link) musste der Opelmotor vor dem Einsatz aus seiner Froststarre von minus 35-40 Grad geweckt werden. Selbiges geschah mit heißem Benzin, welches zuvor in einer Dose auf einem Ofen gekocht worden war… Zur Nachahmung nicht empfohlen!

Der Opelmotor verblieb vermutlich endgültig froststarr in Grönland, als der Kopp-Trupp sich im Folgesommer wieder gen Heimat einschiffte. Über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt. R.I.P.

Link: Bericht über die Oststation von Dr. Walther Kopp

Opel-Klassiker: Calibra V6 2.5i 24V

•11. Dezember 2021 • Kommentar verfassen

Manche Autos sind gestalterisch derart gelungen, dass deren Motorisierung fast nebensächlich wird. Auch in der Opel-Historie gab es mehrere solcher Kandidaten, unter anderem der Neunziger-Jahre-Klassiker „Calibra“. Dessen Benzinmotoren waren im im Prinzip identisch mit denen des Schwestermodells „Vectra“ (A), wobei das kleinste „Calibra“ -Aggregat, der Zweiliter mit 115 PS, das Fahrzeug auch schon auf gut 200 Spitze brachte – reicht eigentlich.

Aber nein. Wenn die Rüsselsheimer schon ein elegantes Coupé bauten, das wie ein Porsche-Killer ausschaute, dann mussten auch die entsprechenden Motoroptionen vorhanden sein. Am oberen Ende der kleinen Motorenvielfalt gab es ergo einen 16V-Turbo mit Allradantrieb, welcher es laut Werk auf knapp 250 Sachen brachte; gerüchteweise gab es aber auch ‚Ausreißer‘ mit höherer Endgeschwindigkeit. War dies das „Calibra“-Spitzenmodell oder doch der etwas günstigere, etwas weniger schnelle V6 mit zweieinhalb Litern Hubraum?

Jener 2.5i war ebenfalls ein Vierventiler, hatte ’nur‘ 170 PS, schaffte ’nur‘ gute 235 Sachen. Allerdings gab es den V6 als einziges „Calibra“-Modell nicht mit (optionalem) Allradantrieb, dafür aber mit optionaler Automatik. Ein Sportler also für Fahrer, die das gaanz Sportliche vielleicht gegen etwas mehr Laufruhe zu tauschen bereit waren.

Nach dem Auslaufen der ersten „Vectra“-Version 1995 wurden die „Calibra“ noch eine Weile produziert, die V6er immerhin bis zum Sommer 1997. In den letzten Baujahren gab es wenigstens noch ein paar teilweise deutlich besser ausgestattete Sondereditionen.

Ein eigenständiges Coupé brachte Opel seitdem nie mehr auf den Markt. Warum – wieso – weshalb, man weiß es nicht.

Viele „Calibra“ wurden vom Rost oder der unseligen Abwrackprämie dahingerafft, noch erhaltene Exemplare sind oft verbastelt – Stichwort: Heckspoiler – und/oder heruntergeritten. Exemplare in gutem Zustand sind also schon ziemlich selten (oder werden nicht angeboten). Trotzdem sind die Gebrauchtpreise noch eher moderat.

Nota bene: im Frühjahr 2023 werden es dreißig Jahre nach Produktionsbeginn der ersten „Calibra“-V6 und das H-Kennzeichen erscheint am Horizont…

Opel-Derivate: Chevrolet / Opel Rekord (Südafrika)

•4. Dezember 2021 • Kommentar verfassen

Die fünfte und letzte Version (E) des Opel-Klassikers „Rekord“ wurde zwar nicht mehr so ganz erfolgreich wie die beiden Vorgänger, dafür aber mehr oder weniger abgewandelt in mehreren außereuropäischen Ländern angeboten, so auch in Südafrika.

Opels damaliger Mutterkonzern General Motors offerierte den „Rekord“ dortselbst zunächst als Chevrolet, was insofern nicht ganz falsch war, da das Modell mit einem im GMSA-Werk Port Elizabeth produzierten 2.3-Liter-Aggregat ausgestattet war. Nichts Neues übrigens, auch der „C“-Rekord fand sich einige Jahre zuvor ähnlich abgewandelt als „Ranger“ in Südafrika wieder.

Erhältlich waren die Chevrolet „Rekord“ als viertürige Limousine sowie als Kombi. Ab Anfang der Achtziger Jahre wurde das Modell dann doch wieder als Opel verkauft, dessen aus Europa bekannter Zweiliter-Benziner war ebenfalls an Bord. So oder so waren die Südafrika-„Rekord“ keine Komplettimporte, sondern wurden vor Ort assembliert, um die hohen Einfuhrzölle zu umgehen.

Auch die überarbeitete „Rekord“-Version erschien ab 1984 in Südafrika, also zwei Jahre nach dem europäischen Facelift. Doch 1986 war dann schon wieder Schluss – vorerst jedenfalls. Denn GM zog sich aus politischen Gründen aus dem Land zurück – wir erinnern uns, damals herrschte in Südafrika noch ein hartes Apartheidsregime.

Für südafrikanische Opel-Fäns bedeutete das aber kaum einen Unterschied, denn ehemalige GMSA-Führungskräfte gründeten alsbald die Delta Motor Corporation, welche unter anderem auch den „Rekord“ bis weit nach Auslaufen der europäischen Modellreihe assemblieren ließ – die Teileversorgung war trotz des offiziellen Rückzuges offenbar gesichert. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt…

Deltas „Rekord“-Portfolio gipfelte dann 1991 im „380i Gsi“ , welcher einen „Holden“ V6 mit bärigen 3.8 Litern nebst 177 PS unter der Haube hatte und es auf 211 km/h Spitze brachte. Das Teil war damit klar schneller als jeder Werks-„Rekord“ aus Rüsselsheim.

Fazit (immer wieder): man muss nur wollen, dann geht was.

Opel-Rennsport: Sieg bei der Rallye Elfenbeinküste (1982)

•27. November 2021 • Kommentar verfassen

Wir erinnern uns doch gerne an 1982: der inzwischen längst zur Legende avancierte Walter Röhrl gewann zusammen mit Copilot Christian Geistdörfer die Rallye-Weltmeisterschaft. Bemerkenswert deshalb, weil deren eingesetztes Fahrzeug, ein heckangetriebener Opel „Ascona 400“, technisch an sich schon veraltet war – die Zukunft sollte fortan dem Vierradantrieb gehören.

Aber Röhrl/Geistdörfer setzten sich vor der Allrad-Konkurrenz durch, bei neun von zehn teilgenommenen WM-Läufen kamen sie unter die ersten drei. Das entscheidene Rennen war dabei die Rallye Elfenbeinküste, eine sehr lange und sehr berüchtigte Strecke. Von 51 gestarteten Fahrzeugen gelangten nach knapp fünftausend (!) Kilometern gerade mal sechs ins Ziel, Röhrls Hauptkonkurrentin Michèle Mouton punktete ebensowenig wie ihre „Quattro“-Kollegen Hannu Mikkola und Stig Blomquist.

Röhrl gewann die Rallye zwar nur knapp, aber egal – hernach war sein Punktevorsprung groß genug, um beim abschließenden Wettbewerb in Großbritannien nicht mehr antreten zu müssen. Die Herstellerwertung ging an Audi.

Opel-Exoten: Manta (B) Florida

•20. November 2021 • Kommentar verfassen

Einer ‚der‘ Opel-Klassiker ist fraglos der „Manta“. Obwohl ausschließlich als Coupé erhältlich, wurde er gut eine Million mal gebaut und hielt sich mit siebzehn Jahren zudem außerordentlich lange im Modellprogramm. Der zwischenzeitlich bespöttelte, inzwischen zum Kultauto gewandelte „Manta“ war naturgemäß auch für Tuner attraktiv. Dabei ging es nicht nur um breitere Kotflügel, fette Heckspoiler oder aufgemotzte Motoren.

Die kleine, in NRW ansässige Firma Klostermann, über welche recht wenig bekannt ist, bot ab Ende der Siebziger Jahre kurzzeitig gleich zwei grundverschiedene Karosserieumbauten an: eine optisch schon ziemlich abgewandelte Kombiversion sowie eine Art „Targa“; letztere hatte ein mit zwei herausnehmbaren Hartschaleneinsätzen versehenes Dachmittelteil.

Diese Version nannte sich „Florida“ und kostete angeblich gut zwanzigtausend DM – also erheblich mehr als reguläre „Manta“. Das dürfte auch der Grund für die wohl äußerst niedrigen Verkaufszahlen gewesen sein, vermutlich war es nur eine Handvoll Fahrzeuge.

Das ist eigentlich schade, da die „Florida“-Optik durchaus zu gefallen wusste. Hier ein Link zu Fotos eines offensichtlich gepflegten Exemplares: https://blechperlen.de/opel-manta-b-florida-klostermann-targa-1981/2021/05/