Opel-Klassiker: 8/9 PS „System Darracq“

•20. August 2016 • Schreibe einen Kommentar

Auch wenn die Stückzahlen immer noch sehr niedrig waren, expandierte Opels Motorwagenproduktion zu Beginn des 20. Jahrhunderts rasant. Die Modellpalette wurde konstant erweitert, fast jährlich verdoppelte sich die Zahl der produzierten Automobile. Das lag unter anderem am eingekauften Know-How, denn ab 1902 produzierte man in Lizenz Modelle des namhaften französischen Automobilbauers Darracq.
Die Lernkurve der Rüsselsheimer Ingenieure verlief ausgesprochen steil. Nur wenig später begann Opel damit, parallel zu den Darracq-Modellen Eigenkonstruktionen zu entwickeln, vor allem im Bereich hubraumstarker Mehrzylindermotoren. Bereits 1907 war es schon wieder vorbei mit der Darracq-Partnerschaft – vermutlich sehr zum Ärger der Franzosen, die damit den deutschen Markt faktisch an Opel verloren. Eingestellt wurde damit auch das mit am längsten produzierte Darracq-Modell, der „8/9 PS System Darracq“.
Der „8/9 PS“ wurde seit 1903 hergestellt und war mit verschiedenen Karosserie-Aufbauformen erhältlich, hauptsächlich in der damals üblichen „Tonneau“-Variante. Preislich lagen die Modelle bei gut fünftausend Mark. Nach dem Ende der Darracq-Kooperation gab es noch einen quasi baugleichen Nachfolger, den Opel „5/9 PS“. Dieser verschwand Ende 1907 aus dem Opel-Programm und mit ihm auch das letzte Einzylindermodell.

Opel-Zukunft: Teil-Kooperation mit PSA

•13. August 2016 • Schreibe einen Kommentar

Europas zweitgrößter Automobilhersteller ist derzeit die französische PSA-Gruppe, ein Zusammenschluss der altehrwürdigen Hersteller Peugeot und Citroën. Doch Alter schützt vor Kooperation mit Wettbewerbern nicht – was im Falle PSA bisweilen etwa Gemeinschaftsentwicklungen mit Fiat, Ford oder BMW bedeutete.
Auch Opels Mutterkonzern General Motors beschloss vor einigen Jahren eine Zusammenarbeit mit der PSA, eine „strategische Allianz“ sollte es gar werden. GM stieg 2012 mit 7% bei den Franzosen ein, vor allem das Kleinwagensegment sollte gemeinschaftlich beackert werden. Ende 2013 stieg GM dann schon wieder aus und verkaufte seine PSA-Anteile. Die strategische Kooperation sollte aber weiter fortgeführt werden.
Inzwischen tat sich einiges. Opel hat mit seiner Modelloffensive begonnen und zumindest optisch erheblich an Boden gut gemacht. Die vergleichsweise neuen Modelle „Adam“ und „Mokka“ etwa sind echte Erfolge in ihren Marktsegmenten und strahlen eine gewisse Lifestyle-Aura aus.
Offenbar wird Opel nun auch die bewährten Opel-Klassiker „Meriva“ und „Zafira“ in diese Richtung weiterentwickeln. Hier scheint laut verschiedenen Pressemeldungen wohl eine Kooperation mit PSA verwirklicht zu werden, es könnten also etwa die Fahrwerke von PSA stammen, die Motoren wiederum von Opel. Ebenfalls betroffen sein soll der Kleinlaster „Combo“, dessen nächste Generation dann wohl komplett bei PSA vom Band laufen wird.
Derartige Kooperationen haben natürlich grundsätzlich den Vorteil von eingesparten Entwicklungs- und Beschaffungskosten, bergen in Bezug auf möglicherweise unterschiedliche Qualitätsstandards aber auch ein gewisses Risiko. Zudem sollte sich, vom Lieferwagensegment mal abgesehen, das Design der Modelle schon deutlich unterscheiden, um das jeweilige Markenimage nicht zu verwässern.
Wichtig insbesondere für Opel, wo sich in den letzten Jahren ja viel Positives getan hat. Man darf also gespannt sein.

Opel-Konzeptfahrzeuge: Commodore A Voyage (1968)

•6. August 2016 • Schreibe einen Kommentar

In den 60er Jahren weitete Opel seine Modellpalette deutlich aus, besonders erfolgreich war dabei der Opel-Klassiker „Rekord“. Ab 1967 gab es hiervon eine Art Erweiterungsmodell, den „Commodore“ . Diese Baureihe war ausschließlich mit Sechszylindermotoren versehen und besser ausgestattet.
Allerdings fehlte der ersten „Commodore“-Generation eine Kombiversion. Der Grund ist unklar, vielleicht wollte Opel dem sehr gut laufenden „Rekord“-Kombi „Caravan“ keine hausinterne Konkurrenz machen. Darüber nachgedacht hatten die Rüsselsheimer offenbar schon, denn auf dem Genfer Auto-Salon – immerhin eine der weltweit wichtigsten Automobilmessen – präsentierten sie das Konzeptfahrzeug „Commodore Voyage“ .
Dieser abgesehen vom seitlich aufgeklebten Holzdekor sehr gefällige „Commodore“-Kombi war wohl als eine Art Luxusversion gedacht. Marktumsetzung zur damaligen Zeit schwierig – die ansonsten naheliegende Zielgruppe Handwerker hätte hier vermutlich weiterhin zum „Rekord“ gegriffen.
So blieb es beim Einzelstück. Erst die „C“-Ausgabe des „Commodore“ bot ab 1981 eine Kombiversion an – welche vergleichsweise luxuriös ausgestattet war und, Überraschung,  den Beinamen „Voyage“ erhielt. Tatsächlich verkaufte sich die Kombiversion nur schleppend, im Folgejahr wurde die Modellreihe dann ohnehin komplett eingestellt.

Link: Fotos der Opel-Studie „Commodore A Voyage“

Opel-Sonderfahrzeuge aus dem Karosseriewerk Miesen (Bonn)

•30. Juli 2016 • Schreibe einen Kommentar

Nur wenige Jahre nachdem Adam Opel seine Nähmaschinenproduktion in einem ehemaligen Kuhstall aufgenommen hatte, begann der Wagenschmied Christian Miesen im rheinischen Bonn mit der Einzelanfertigung von Pferdekutschen und Pritschenwagen. Die Firma entwickelte sich gut, 1901 lieferte man den ersten pferdebespannten Miesen-Krankenwagen aus. Naturgemäß entstanden auch bald Automobil-Krankenwagen, nach dem Ersten Weltkrieg wurde dieser Produktbereich zum Hauptgeschäft der Firma.
Die Basisfahrzeuge entstammten dabei von verschiedenen Herstellern, aber natürlich auch von Opel. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren das hauptsächlich Opel-Klassiker wie „Admiral“ und „Blitz“, danach etwa „Olympia Rekord“, „Bedford Blitz“ oder „Senator“.
In würdiger Tradition von Opels hauseigener Automobil-Feuerspritze baute die Firma Miesen ab den 50er Jahren auch Löschfahrzeuge für die Feuerwehr, unter anderem auf „Blitz“-Basis. Aktuell im Miesen-Portfolio enthaltene Krankentransportfahrzeuge / Rettungswagen auf Opel-Basis sind umgebaute „Vivaro“ bzw. „Movano“.
Das inzwischen als C. Miesen GmbH & Co KG firmierende Unternehmen bietet eine sehr breite Modellpalette vom Einzelstück bis zur Großserie an und ist inzwischen sicherlich einer der namhaftesten Aufbauhersteller Deutschlands. Link: Homepage der Firma Miesen

Opel-Historie: Einführung des landesweiten Kundendienstes (1924)

•23. Juli 2016 • Schreibe einen Kommentar

Nachdem Opel sich ab 1924 für eine Fließbandproduktion entschieden hatte, begann man mit der Produktion des ersten deutschen Großserienautos, dem Opel-Klassiker „Laubfrosch“. Dieses Modell war ein absoluter Erfolg, Opels Produktionszahlen stiegen anschließend rapide an.
Dies stellte allerdings auch ein Problem dar, denn die gestiegenen Verkaufszahlen bedeuteten zumindest mittelfristig auch steigenden Reparatur- und Wartungsbedarf. Alleine die im Vergleich zu heute unterirdische Straßen- und Wegequalität bedeutete ja für Automobilisten der damaligen Zeit eine ständig drohende Defektquelle.
In Rüsselsheim beschloss man deshalb, ein reichsweites Servicenetz aufzubauen.
Der ergo ins Leben gerufene Opel-Kundendienst bot laut Eigenwerbung denn auch „stete Dienstbereitschaft“ und gab „jedem Opelfahrer die Gewähr für sorgfältige Bedienung [und] freundliche Hilfe“. Für den Fall der Fälle bot Opel zudem eine „Ersatzteilversorgung zu festen Katalogpreisen“ an.
Was heutzutage selbstverständlich ist, war damals tatsächlich eine Pioniertat. Denn bis dato mussten Besitzer eines defekten Automobils ihre Fahrzeuge entweder selbst reparieren oder erst mal nach einem fähigen Mechaniker suchen – oft genug landeten sie beim Dorfschmied.

 

Opel in Irland = Vauxhall in Nordirland

•16. Juli 2016 • Schreibe einen Kommentar

Der kürzlich per Referendum beschlossene Austritt Großbritanniens aus der EU dürfte noch so einiges an Turbulenzen bringen – vor allem dem Austrittsland. Denn Schotten und Nordiren hatten mehrheitlich für einen EU-Verbleib gestimmt, müssen aber mit raus. Vor allem für Nordirland ist ein Verlassen der EU problematisch, weil sich danach die bislang offene Grenze zur Republik Irland vermutlich nicht mehr halten lassen wird. Das würde natürlich auch viele Berufspendler zwischen den beiden irischen Staaten treffen.
Sofern diese Pendler Autofahrer sind, dürfte ein großer Anteil Opel fahren. Oder Vauxhall. Man muss gar nicht auf das Nummernschild achten, um die jeweilige Herkunft zu wissen. Denn den Opel-Ableger Vauxhall gibt es in der Republik Irland nicht – weil es eine britische Marke ist. Und die Briten sind aus verständlichen Gründen bei den meisten Iren nicht besonders beliebt – Jahrhunderte der Unterdrückung und Ausbeutung sind haften geblieben.
Ergo gibt es Opel also in der Republik Irland, im zu Großbritannien gehörenden Nordirland wiederum nicht – hier fährt man Vauxhall. Sehr skurril das Ganze (von außen betrachtet), zumal wenigstens die rechtsgelenkten „Astra“ so oder so zumeist in englischen Werken produziert werden.
Verwirrend, nicht wahr? Aber das lässt sich noch steigern. Im britischen „Überseeterritorium“ Gibraltar wiederum fährt man Fahrzeuge mit Linkslenkung. Und Opel…

Opel-Klassiker: Speedster

•9. Juli 2016 • Schreibe einen Kommentar

Ein in der langen Opel-Historie leider kaum gepflegtes Modellsegment ist das der Sportwagen. Und das trotz der umfangreichen Motorsportaktivitäten Opels – aber die fokussieren nun mal auf den Breitensport.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends wagten die Rüsselsheimer immerhin einen kleinen Ausflug weg vom massenkompatiblen Modellprogramm. Basierend auf dem Lotus-Klassiker „Elise“ wurde im englischen Lotus-Werk der Opel-Roadster „Speedster“ ins Leben gerufen – vermutlich sollte das Ganze eine Art Image-Transfer werden.

Opel-Klassiker Speedster Turbo

Frischluft bei 240km/h gefällig? Opel-Klassiker Speedster Turbo

Der kleine Opel-Renner kam optisch auch tatsächlich als puristischer Sportwagen rüber – klein und gemein. Das gerade mal 112 Zentimeter hohe Kerlchen war tatsächlich so leicht wie es aussah, vollgetankt wog ein „Speedster“ immer noch unter tausend Kilogramm.
Aluminum und glasfaserverstärkter Kunststoff sorgten für die neue Opel-Leichtigkeit. So konnten die aus „Astra“ und Co. bekannten Opel-Motoren hier auch für ordentliche bis flotte Fahrleistungen sorgen. Zudem verzichtete Opel auch in anderen Bereichen auf Gewicht: ein Reserverad etwa gab es gar nicht, Radio nur als Extra.
Mitte 2005 war es schon wieder vorbei mit dem „Speedster“. Die Absatzzahlen lagen unter den Erwartungen – vielleicht war das Aussehen schuld, vielleicht die de facto eingeschränkte Alltagstauglichkeit (einen nennenswerten Kofferraum etwa gab es nicht), vielleicht der fehlende Komfort.
Gebrauchte „Speedster“ sind – noch – relativ günstig zu haben und weisen oft vergleichsweise niedrige Kilometerstände auf. Potentielle Käufer sollten sich allerdings im Klaren darüber sein, dass einige der Kunststoffteile speziell für den „Speedster“ gefertigt wurden und inzwischen eventuell nicht mehr erhältlich sind.

 
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