Opel-Konzeptfahrzeuge: Impuls 1

•19. Oktober 2019 • Schreibe einen Kommentar

Kurz bevor Opel seine bis dato erfolgreichste „Kadett“-Baureihe in den Ruhestand schickte und vom fortan „Astra“ getauften Nachfolger ablösen ließ, befuhr der „E-Kadett“ nochmal Öko-Gefilde. Denn das 1991 auf dessen Basis vorgestellte Konzeptfahrzeug „Impuls“ bekam eine 310kg schwere Nickel-Cadmium-Batteriereihe verpasst, welche das ansonsten recht seriennahe und abgesehen vom Schriftzug äußerlich nicht unterscheidbare Fahrzeug bis auf hundert Kilometer Spitze brachte. Nach einem Weilchen jedenfalls.
Die Reichweite des „Impuls“ betrug ungefähr 80km, was für damalige Verhältnisse schon ziemlich gut, gleichwohl aber nicht praxistauglich war. Was im Vergleich zu aktuellen E-Autos auffällt: für das Aufladen wurden nicht irgendwelche Ladestationen nebst entsprechend teuren Anschlüssen benötigt, sondern eine normale Haushaltssteckdose reichte völlig. Die Ladezeit betrug zwischen 5-8 Stunden.
Zum Vergleich: ein aktueller „Smart EQ“ – übrigens nur ein Zweisitzer ohne viel Stauraum – schafft es im Alltagsbetrieb auch nicht viel weiter und benötigt via Steckdose ähnliche Ladezeiten. Opel war damals also schon ganz schön weit.
Der „Impuls 1“ blieb ein Unikat, ob und wo es überlebt hat ist unklar.

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Opel-Klassiker: Astra (G) Coupé

•12. Oktober 2019 • Schreibe einen Kommentar

Die Einstellung des Opel-Klassikers „Calibra“ 1997 dürfte viele Anhänger der Marke nachhaltig erschüttert haben, denn immerhin hatten die Rüsselsheimer damit ein formschönes Modell und – mit dessen 4×4-Turboversion – auch ein Sportcoupé im Angebot, welches sich mit Porsche auf Augenhöhe messen konnte, allerdings preislich deutlich günstiger daherkam. Leider gibt es bis heute keinen kongenialen Nachfolger.
Zumindest optisch offerierte Opel ab dem Jahre 2000 noch eine kleine „Calibra“-Reminiszenz. Mit der viersitzigen Coupéversion des „Astra“ (G) erahnte man in der Linienführung das große Vorbild wenigstens ein wenig. Das Modell war aber de facto eine gestreckte Ausgabe der Limousine, Gestaltung und Produktion erfolgten seitens des inzwischen leider verblichenen italienischen Karosseriebauers Bertone in Turin.
Das bald nur noch „Coupé“ genannte Modell war relativ gut ausgestattet und bot mit seiner stärksten, komplett neu entwickelten Motorenversion auch ordentlich Power unter der Haube, welche bis zu 240 Spitze reichte. Trotzdem war das Modell kein Sportcoupé wie sein vermeintlicher Ahn, die Auslegung war eher auf Komfort bedacht.
Etwas vor dem „Astra“-Modellwechsel wurde dessen „Coupé“-Ausgabe Ende 2004 eingestellt. Genaue Produktionszahlen sind unklar. Wer heute ein gebrauchtes Exemplar kauft, bekommt damit für vergleichsweise wenig Geld einen gefälligen Designer-Kompakten mit leider nicht allzu viel Stauraum. Auf mögliche Roststellen etwa im Radlauf sollte wie bei allen „G“ vor Baujahr 2004 allerdings unbedingt geachtet werden.

Sonstiges: Die „Senator Card“

•5. Oktober 2019 • Schreibe einen Kommentar

Nachdem Opels legendäre – aber ordentlich Sprit saufende – „KAD-Reihe“ Mitte der Siebziger eingestellt wurde, war de facto Schluss mit Rüsselsheimer Oberklassemodellen – und zwar bis heute. Daran änderte auch die 1978 als Oberklassemodell vorgestellte „Senator“ -Reihe nichts.
Denn obwohl diese seitens der Fachpresse durchaus gut beurteilt wurde, deutlich günstiger als die Stuttgarter oder Münchener Konkurrenz war sowie neben komfortabler Ausstattung allerlei technische Innovationen mitbrachte, entstammte sie eben doch dem eher biederen Mittelklässler „Rekord E“ . Die Verkäufe blieben bald unter den Erwartungen.
Die „B“-Version des „Senator“ basierte dann auf dem neuen „Omega“ , was man auch erkennen konnte. Um sich marketingmäßig hausintern abzugrenzen, erhielten „Senator“-Käufer eine sogenannte „Senator-Card“ . Selbige sollte vermutlich erhöhtes Prestige suggerieren, kam im Kreditkartenformat daher und bot bei einigen Hotels oder Versicherungen Vergünstigungen. Sonderkonditionen bei Werkstätten gab es nicht, eine Bezahlfunktion ebensowenig – DAS wär’s vielleicht gewesen. So aber dürfte der „Card“-Effekt bei Null gelegen haben. Fazit: netter, aber etwas schwachbrüstiger Versuch.

Opel in der Popkultur: „Wetten, dass..?“ mit einem Meriva im Eiskanal

•28. September 2019 • Schreibe einen Kommentar

Ein Samstagabend Ende Februar 2003. Im Fernsehen lief Folge #141 der gefühlten Uralt-Show „Wetten, dass..?“ , diesmal aus Berlin. Als Wettpaten zu Gast waren unter anderem Jennifer Lopez, Peter Falk sowie Stefan Raab. Letzterer fungierte als Pate der sogenannten Außenwette, bei welcher auch ein Opel involviert war.
Worum ging es? Ein mit Spikereifen ausgerüsteter, aber ansonsten serienmäßiger „Meriva“ – dessen offizielle Markteinführung übrigens erst einige Monate darauf erfolgte – sollte die elfhundert Meter lange enge Eisbahn im bayerischen Unterammergau schneller herunterfahren als ein Tiroler Renn-Hornschlittenteam.
Im „Meriva“ saß wiederum der Stuntman und Motorrad-Artist Jürgen Baumgarten hinterm Steuer, bekannt unter anderem durch einen waghalsigen Motorradsprung von der Olympia-Skischanze in Innsbruck herab.
Baumgarten gewann tatsächlich mit einer Zeit von 1:11 Minuten, was vier Sekunden Vorsprung bedeutete. Gegen einen „Zafira“ hätten vermutlich die Hornschlittenfahrer gewonnen…
Nota bene: Wettpate Raab hätte seinen Wetteinsatz eigentlich nicht einlösen müssen, tat es aber dennoch und fuhr die bereits etwas angetaute Bob- und Rodelbahn in Winterberg in einem chinesischen Wok hinab. Dies darf vermutlich als die Geburtsstunde der späteren „Wok-WM“ betrachtet werden.

Opel-Derivate: Corsa A Spider (Michalak)

•21. September 2019 • Schreibe einen Kommentar

Nachdem Opels neuer Kleinwagen „Corsa“ ab Ende 1982 erfolgreich vom Band lief, dauerte es nicht lange, bis die ersten Umbauversionen angeboten wurden. Ein eher exotisches Corsa-Derivat kam als „Spider“ von der damals in Mainz ansässigen Firma Michalak Design.
Michalak entfernte das Dach sowie die hintere Sitzreihe. Letztere wurde durch verstärkende Stahlverstrebungen ersetzt, damit auf den ansonsten nötigen Überrollbügel verzichtet werden konnte. Auf das Heck kam zudem eine seitlich zu öffnende Glasfaserklappe. Selbige wies zwei markante Höcker auf, welche direkt hinter den beiden Sitzen emporragten – echt spidermäßig eben.
Sah das gut oder doch eher lächerlich aus? Ansiohtssache, jedenfalls sehr von Außenfarbe und Felgenausführung abhängig. Fotos mit aufgesetztem Hardtop finden sich übrigens eher selten…
Immerhin knapp einhundert „Spider“ wurden gebaut.
Link: Bilder des Michalak Spider

Opel-Zukunft: Mehr Gasantriebe?

•14. September 2019 • Schreibe einen Kommentar

Spätestens seit Volkswagens „Dieselgate“ ist die Suche nach alternativen, ’saubereren‘ Autoantrieben wieder voll entbrannt. Seitens der hiesigen Politik wird gefühlt nur der teure Elektroantrieb gepusht – und das in einem Land, welches zirka ein Drittel seiner Stromerzeugung Kohlekraftwerken verdankt. Nicht sehr öko.
Dabei gibt es schon längst eine halbwegs ’saubere‘ Alternative, nämlich Gasantriebe (Flüssiggas/LPG oder Erdgas/CNG). Die entsprechenden Brennstoffkosten liegen aktuell erheblich unter denen eines reinen Benziners und die Zusatzkosten bei der Anschaffung bzw. Umrüstung nur bei wenigen tausend Euro.
Trotzdem haben Gasantriebe aktuell nur gut ein Prozent Anteil am gesamten Pkw-Bestand. Ursache: unklar. Zwar wiegen Autos mit zusätzlichem Gastank naturgemäß etwas mehr als ihre konventionelle Benziner-Ausgabe, evtl. mag auch der Platz im Kofferraum etwas geringer sein – aber das darf umweltbewusste Fahrer doch nicht abschrecken.
Auch die entsprechende Tankstellendichte ist zumindest bei LPG inzwischen ziemlich gut, CNG-Fahrer müssen noch etwas mehr suchen. Trotzdem alles erheblich besser und vor allem billiger als im Stromer-Vergleich.
Auch Opel hat in den letzten Jahren einige Modelle mit Gasantrieben angeboten, darunter auch Opel-Klassiker wie den „Astra“ oder „Mokka“. Marketingtechnisch auffallend hervorgehoben wurden diese allerdings nicht, auch hier wird stark auf Elektro fokussiert, etwa beim neuen „Corsa“ .
Das ist wirklich schwer verständlich, denn Gasantriebe sind für umweltbewusste Autofahrer vermutlich die beste Wahl und ergo auch ein Öko-Feigenblättchen für den entsprechenden Hersteller.
Aufgemerkt: Beim aktuellen „Crossland X“ mit LPG gibt Opel für den „bivalenten“ Antrieb (also Gas und Benzin zusammengerechnet) eine Reichweite von klar über tausend Kilometern an. Das ist schon ein Pfund, erst recht im Vergleich zu Elektroautos.

Opel-Historie: Teilnahme am Projekt „Autos 2000“

•7. September 2019 • Schreibe einen Kommentar

Vielleicht hatte 1978 irgendwer im damaligen „Bundesministerium für Forschung und Technologie“ (BMFT) eine Vorahnung von der wenig später auftretenden zweiten Ölpreiskrise. Denn in jenem Jahr schrieb das BMFT das Forschungsprojekt „Autos 2000“ aus, welches hiesige Automobilhersteller dazu bewegen sollte, ein voll fahrfähiges Konzeptauto auf die Räder zu stellen.
Hauptkriterien waren jeweils Verbesserungen im Bereich Sicherheit (sowohl für Insassen als auch etwa für Fußgänger, Stichwort Kollisionsschutz), Umweltfreundlichkeit, Langlebigkeit sowie Sparsamkeit.
Insgesamt 110 Millionen DM standen zur Verfügung. Teilnehmer waren neben einer Hochschularbeitsgemeinschaft die Hersteller Audi, Mercedes-Benz, VW sowie Opel – Ford, BMW und Porsche waren nicht im Boot, warum bleibt unklar.
Auf der IAA 1981 wurden die jeweiligen Entwürfe präsentiert, bei Opels war es der „Tech 1“ . Dieses Konzeptfahrzeug bestach vor allem durch sehr glatte Außenflächen und einem ziemlich guten cw-Wert von 0,235. Abgesehen vom Heckbereich nahmen Linienführung sowie vor allem die Front des „Tech 1“ ziemlich viele Gestaltungselemente des späteren Opel-Klassikers „Omega“ vorweg.
Nota bene: Ob die entsprechenden technischen Entwicklungen der Hersteller durch das BMFT-Projekt entscheidend forciert wurden oder ob sie nicht sowieso erfolgt wären, sei dahingestellt.