Opel-Klassiker: Olympia (Vorkrieg)

Im Februar 1935 sorgte ein Opel-Modell für Aufsehen wie vielleicht keines zuvor. Denn auf der Berliner IAA präsentierten die Rüsselsheimer den neuen „Olympia“ und damit das erste deutsche Automobil mit selbsttragender Ganzstahlkarosserie. Um den Staun-Effekt zu verstärken, konnten die Besucher ein teilweise aus Plexiglas bestehendes Ausstellungsmodell des „Oly“ bewundern. Im Vergleich zum Vorgänger „1.3 Liter“ war der neue Mittelklasse-Opel unter anderem leichter, schneller, hatte mehr Platz und war dank eines neuen Produktionsverfahrens, der „Hochzeit“ (siehe entsprechenden Artikel), auch noch billiger.

Kein Wunder, dass der „Oly“ sich erfolgreich verkaufte. 1937 wurde er leicht überarbeitet und hatte nun vier Gänge sowie hydraulische Bremsen. Ab dem Folgejahr gab es die sogenannte „K38“ -Version mit einem komplett neu entwickelten Eineinhalbliter-Motor, dessen 37 PS das Fahrzeug auf gut hundertzehn Spitze brachten und vor allem eine Dauergeschwindigkeit von hundert km/h ermöglichten – das war damals was!

Citius, Altius, Fortius! Kühlergrill eines 1.3-LIter Olympia

Citius, Altius, Fortius! Kühlergrill eines 1.3-Liter Olympia

Die „K38“-Version kam zudem nicht nur als zweitürige Limousine / Cabriolet-Limousine (mit feststehenden Fensterrahmen), sondern auch als viertürige Limousine. Eine markante Neuerung stellte auch die sogenannte „Alligator-Haube“ , also die von vorne komplett nach oben öffnende Motorhaube dar. Heute genau wie das „Hochzeit“-Produktionsverfahren noch gängiger Standard. Stichwort Standard: der neue Motor war quasi der Urahn aller Opel-Vierzylinder bis in die Sechziger (!) Jahre hinein.

Kriegsbedingt endete die Produktion des damaligen „Oly“ 1940, knapp 169tausend Einheiten wurden gebaut. Auf entsprechenden Ausstellungen oder Oldtimer-Rundfahrten sieht man sie noch. Besitzer und/oder angehende Gebraucht-Käufer dürfen sich auf jeden Fall eines Opel-Klassikers erfreuen, welcher wie nur wenige andere Modelle deutsche Automobilgeschichte geschrieben hat.

~ von opabo - 29. Januar 2022.

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