Opel-Historie: Umstellung auf Linkslenkung

Die allerersten Opel-Automobile waren in der Gestaltung noch klar von Kutschen abgeleitet – nicht zuletzt bezeichnete man sie damals auch als „Kraftdroschken“ . Und noch ein Merkmal wurde von Kutschen übernommen, nämlich die Rechtslenkung (Kutscher saßen meist rechts auf dem Bock). Letztere ist zumindest in Kontinentaleuropa inzwischen doch eher selten anzutreffen, um nicht zu sagen äußerst exotisch geworden – aber wie kam es überhaupt dazu?

Ursache der kompletten Umstellung auf Linkslenker war natürlich die Einführung eines Rechtsfahrgebotes. Als dessen historischer Vorläufer wird häufig die Napoleonische Besatzungszeit genannt – welche allerdings (dankenswerterweise) nicht ewig währte. Hernach scheint es in Kontinentaleuropa ein Durcheinander bzw. ein Fehlen entsprechender Fahrgebote gegeben zu haben.

Bei Opel jedenfalls waren Rechtslenker bis Mitte der Zwanziger Jahre hinein gängig. Auch der Opel-Klassiker „Laubfrosch“ wurde zu Beginn entsprechend produziert – vielleicht absichtlich, da dies einen klaren Unterschied zum ‚Vorbild‘ CitroënTyp C“ darstellte. Ab der 16-PS-Version des „Laubfrosch“ Ende 1926 gab es diesen wie auch die anderen Opel-Modelle nur noch mit Linkslenkung.

Das war vermutlich eine Art vorauseilender Gehorsam, denn im Folgejahr wurde in den meisten Ländern Europas auf Rechtsverkehr umgestellt. 1967 folgte mit Schweden das letzte kontinentaleuropäische Land.

~ von opabo - 11. September 2021.

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