Opel-Exoten: Vectra/Signum i35 (Irmscher)

Die ab 2002 produzierte „C“-Baureihe des „Vectra“ verkaufte sich deutlich schlechter als ihre beiden Vorgänger. Ob’s am (zumindest bis zum Facelift) eher öden Aussehen lag? Antriebsmäßig war die Auswahl der „C“ jedenfalls gut, das erste Benziner-Topmodell 3.2 V6 hatte immerhin schon 211 Pferde unter der Haube und schaffte knapp 250 Spitze. Reicht.

Später folgten noch einige „OPC“ mit bis zu 280 PS – leider alle nur mit Frontantrieb erhältlich; ein leidiges Opel-Manko, das sich sich bis heute weitgehend gehalten hat.

Aber nochmal zurück zum angesprochenen 3.2 V6. Der langjährige Opel-Veredler und -Tuner Irmscher offerierte zum 35jährigen Firmenjubiläum eine auf diesem Aggregat basierende leistungsgesteigerte Version an. Das Ergebnis nannte sich „i35“ und war sowohl für den „Vectra“ wie auch für den „Signum“ erhältlich (letzteres Modell basierte auf derselben Plattform, hatte aber nie die „OPC“-Motoren im Programm).

Clou des Ganzen war ein zusätzlich eingebauter (knallrot lackierter) Kompressor, welcher eine Leistungssteigerung auf 302 PS nebst gut 280 Spitze erbrachte – und damit nominell mit dem legendären „Lotus Omega“ fast auf Augenhöhe lag. Jedoch: trotz Sportfahrwerk und allerlei optischem Zierat blieb auch den „i35“ weiterhin nur der Vorderradantrieb vergönnt. Für eine ordentliche Hatz über kurvige Landstraßen passten die Irmscher-Ableger deshalb vielleicht nicht ganz perfekt, auf Autobahnen hingegen dürften „i35“ jedoch so manchen Sportwagenfahrer aufs Unangenehmste verblüfft haben.

Ganz billig war der exotische Spaß aus Remshalden nicht: das Kompressor-Kit kostete fast zwanzigtausend Euro zusätzlich zum Fahrzeugpreis. Damit lagen „i35“ klar über den später angebotenen und nicht allzu viel schwächeren Serien-„OPC“. Besitzer der vermutlich sehr wenigen verkauften „i35“ konnten und können sich dafür am Reiz des Seltenen erfreuen.

Tipp: bis zum „H“-Kennzeichen dauert’s noch, weswegen man gebrauchte „Vectra OPC“ aktuell immer noch für unter zehntausend Euro angeboten findet. Wer sich am eher hohen Benzinverbrauch und der Optik nicht stört, bekommt dafür einen kleinen Wolf im Schafspelz für vergleichsweise wenig Geld.

~ von opabo - 6. Februar 2021.

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