Opel-Historie: Joint Venture in Kikinda/Jugoslawien

Nach dem Zweiten Weltkrieg änderten sich die politischen Verhältnisse in Europa gravierend – der Kontinent wurde politisch geteilt, ein sogenannter „Eiserner Vorhang“ trennte Ost- und Westeuropa für Jahrzehnte. Aber es verblieben auch einige wenige, überwiegend zum Westen tendierende neutrale Staaten. Irgendwo in der West-Ost-Mitte verharrte Jugoslawien.
Das „realsozialistische“ Vielvölkerland war zwar keine Demokratie, distanzierte sich aber immerhin klar von der Sowjetunion. Im Bereich der Wirtschaftspolitik hielt sich Jugoslawien halbwegs offen, es existierten sogar Privatbanken.
Und es gab Kooperationen mit westlichen Firmen, sogenannte Joint Ventures. Unter anderem eines mit Opels damaligen Mutterkonzern General Motors, welcher 1977 nach mehrjähriger Zusammenarbeit einen Fünfzehnjahresvertrag mit einer Gießerei im heute serbischen Kikinda abschloss.
Das neu gegründete Gemeinschaftsunternehmen nannte sich IDA (=Industrija Delova Automobila, frei übersetzt etwa ‚Autoteile Industrie‘), GM hielt 49% der Anteile. Fortan produzierte IDA teilweise bzw. komplett gefertigte Teile für Opel, im Gegenzug lieferten die Rüsselsheimer Fahrzeugbestandteile zur Endmontage vor Ort.
Die betroffenen Modelle waren „Kadett“ , „Ascona“ (als „Askona“), „Corsa“ , „Omega“ , „Vectra“ (als „Vektra“) sowie „Senator“ (als „Kikinda“). Alle bekamen ein zusätzliches IDA-Emblem an den Kühlergrill verpasst.
Aufgrund der UN-Sanktionen gegen die Nachfolgerepublik BR Jugoslawien endete das Joint Venture 1992 vorzeitig. Insgesamt soll ein Handelsvolumen von gut einer Milliarde DM erzielt worden sein.

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~ von opabo - 15. Dezember 2018.

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