Opel-Historie: Brooklands August Meeting (1914)

Nachdem der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand Ende Juni 1914 in Sarajevo ermordet worden war, standen die Zeichen in Europa eindeutig auf Krieg. Und dass es aufgrund politischer Interessen und Abkommen ein großer Konflikt mit etwa dem Deutschen Reich und Großbritannien als Kontrahenten werden würde, war ebenso absehbar.
Von daher ist es im Nachhinein schon erstaunlich, dass für das im August 1914 angesetzte traditionelle Brooklands-Rennen im englischen Surrey unter anderem auch zwei Opel-Rennwagen gemeldet wurden. Vielleicht war der ebendort im gleichjährigen Osterrennen knapp verpasste Sieg der Hintergrund, vielleicht auch einfach der Ruf der Brooklands-Bahn – der ältesten Rennstrecke der Welt.
Jedenfalls plante Opel für das Augustrennen unter anderem mit seinem Starfahrer Carl Jörns anzutreten. Fahrer und Wagen waren auch bereits auf der Insel, als die Briten dem Kaiserreich am 4. August aufgrund des deutschen Einmarsches in Belgien und Luxemburg den Krieg erklärten. Die beiden Werksfahrer flüchteten stante pede zurück ins Reich, die beiden 4,5-Liter-Opel blieben jedoch vor Ort und wurden als Feindvermögen beschlagnahmt. Sie verbrachten die Kriegszeit in irgendeinem Depot.
Nach dem Krieg fuhren die beiden Opel tatsächlich bei Rennen in England mit, allerdings leicht umgebaut sowie umlackiert. Henry Segrave, der einige Jahre darauf bei einem Motorbootrennen starb, brach 1920 immerhin den Brooklands-Streckenrekord.
Mindestens eines der beiden Renner ist bis heute erhalten und befindet sich in Privatbesitz. Die Brooklands-Rennstrecke war während des Ersten Weltkrieges für Rennen gesperrt und diente als Trainingsgelände der Britischen Luftwaffe. In den Dreißiger Jahren wurde sie nach und nach von anderen, moderneren Rennstrecken abgelöst und ab dem Zweiten Weltkrieg überhaupt nicht mehr für den Motorsport genutzt.
Heute sind noch einige Reste erhalten, unter anderem eine Steilkurve – das hat sie witzigerweise mit der Opel-Rennbahn bei Rüsselsheim gemeinsam. R.I.P.

~ von opabo - 10. Dezember 2016.

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