Sonstiges über Opel: Panzerwerfer 42 (Sd.Kfz. 4/1)

Im Winter 1941 hatte die deutsche Heeresführung ernüchtert erkennen müssen, dass die bis dato eingesetzten Militär-Lkws für die Witterungsbedingungen in der Sowjetunion nicht geeignet waren. Auch die etwas praktikableren Halbkettenfahrzeuge waren entweder zu schwer oder nicht in ausreichender Anzahl vorhanden.
Abhilfe erfolgte durch das ursprünglich von Klöckner-Deutz entwickelten Halbkettenfahrzeug „Maultier“. Hierbei handelte es sich um einen normalen Lkw, welcher anstelle der Hinterachse ein abgewandeltes Kettenlaufwerk montiert bekam. Das Resultat war ein vergleichsweise leichtes und wendiges Nutzfahrzeug, welches auch in schwierigem Gelände einigermaßen gut zurecht kam.
Der Bedarf war kriegsbedingt enorm, deshalb mussten auch Ford, Daimler-Benz und Opel die „Maultiere“ produzieren. Diverse Aufbauvarianten wurden angefordert, unter anderem eine Nebelwerferversion, der sogenannte „Panzerwerfer 42“ . Dieses auch als „Sd.Kfz 4/1“ bezeichnete Fahrzeug wurde auf Basis der Opel-Maultier-Fahrgestelle entwickelt und bekam neben einer leichten 8mm-Panzerung einen um 360° schwenkbaren Nebelwerfer mit zehn 15cm-Werferrohren spendiert.

Bild Kolonne Panzerwerfer 42

Kolonne von vier Panzerwerfern 42, angeführt und gesichert von einem Schützenpanzer. Quelle: Bundesarchiv, Bild 101I-300-1859-10 / Speck / CC-BY-SA

Die Raketen des „Panzerwerfers 42“ hatten eine Reichweite von einigen Kilometern und besaßen so potenziell auch eine Menge Feuerkraft, sofern man sie im Batterieverbund einsetzte. Zudem gewährte die Selbstfahrlafette naturgemäß erheblich mehr Beweglichkeit und Flexibilität im Gelände als bei konventioneller Artillerie. Trotzdem bestellte die Wehrmacht nur vergleichsweise wenige Einheiten, gerade mal dreihundert Stück wurden beim Karosseriebauer Westfalia in Rheda-Wiedenbrück geordert.
Vom „Panzerwerfer 42“ sind so gut wie keine Exemplare erhalten, eines immerhin befindet sich im Panzermuseum in Saumur/Loire, ein weiteres war im inzwischen geschlossenen belgischen Victory Memorial Museum ausgestellt und ist vermutlich bei einem US-amerikanischen Privatsammler gelandet.

~ von opabo - 2. Mai 2015.

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