Opel-Persönlichkeiten: Ferdinand Beickler

Als Anfang 1982 Ferdinand Beickler zu Opels neuen Vorstandsvorsitzenden berufen wurde, bedeutete dies ein Novum in der Nachkriegsgeschichte des Traditionsunternehmens – denn er war seit Kriegsende der erste Deutsche auf diesem Posten.

Besonders überraschend war dessen Berufung allerdings nicht unbedingt, ihn kann man definitiv als alten Opelaner bezeichnen. Der 1922 in Mainz geborene Beickler hatte 1937 im Stammwerk Rüsselsheim klassisch eine Werkzeugmacherlehre begonnen, um danach Maschinenbau zu studieren. Während des Zweiten Weltkrieges leistete er Kriegsdienst und geriet in Gefangenschaft.

Nach seiner Rückkehr half er beim Wiederaufbau des Rüsselsheimer Werkes und bei der Einführung neuer Produktionstechnologien. Er war bei der vorbereitenden Planung des neuen Bochumer Werkes beteiligt, wo er auch technischer Leiter und später Werksleiter wurde. 1970 stieg er zum Gesamtwerksleiter auf und kam in den Opel-Vorstand. Und es ging weiter bergauf: 1979 wurde er GM-Vizepräsident sowie Vauxhall-Generaldirektor.

Seine Zeit als Opel-Chef fielen durchwachsen aus: zwar überschritten Opels Produktionszahlen 1983 erstmals die Millionenmarke, der Marktanteil in Deutschland begann aber zu sinken (wenngleich er in Westeuropa stieg), zudem fuhr Opel teils herbe Verluste ein. 1986 wurde er an die Spitze der in Zürich angesiedelten „GM Europe“ berufen und damit faktisch weggelobt. Im Folgejahr ging er in den Ruhestand.

Ferdinand Beickler verstarb 1998 in Königstein im Taunus.

~ von opabo - 12. März 2022.

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