Opel-Historie: Zunehmende US-Konkurrenz (~1925)

Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg musste Deutschland harte Zeiten durchstehen. Gebietsabtretungen, Reparationszahlungen, Massenarbeitslosigkeit und Hyperinflation folgten. Die Wirtschaft erholte sich nur mühsam, viele Autohersteller mussten für immer aufhören.

Dabei existierten zu Beginn der Zwanziger Jahre immerhin noch Schutzzölle, um die ausländische Konkurrenz möglichst außen vor zu lassen. Vor allem US-Hersteller begannen nämlich ab Mitte des Jahrzehnts, in deutschen Städten erste Verkaufsbüros zu eröffnen. Und damit nicht genug: bald folgten Montagewerkstätten und -werke, denn der reine Zusammenbau von gelieferten Karosserieelementen wurde nicht so stark besteuert wie komplette Fahrzeuge.

Der Absatz von Buick & Co begann zu boomen, was zu einem weiteren Markensterben führte. Vor allem kleine Hersteller mit niedrigen Produktionszahlen und vergleichsweise hohen Preisen waren betroffen. Am ehesten gegen die nordamerikanische Konkurrenz gewappnet war Opel: erstens aufgrund seiner Größe, zweitens aufgrund seiner wenigstens teilweise bereits eingeführten modernen, an US-Vorbildern orientierten Produktionsmethoden. Ein für den ‚kleinen Mann‘ erschwingliches zuverlässiges Modell wie den erfolgreichen „Laubfrosch“ hatte die Konkurrenz aus Übersee zudem nicht im Portfolio.

Gerade deswegen ist es eine seltsame Ironie der Automobilhistorie, dass ausgerechnet das Rüsselsheimer Traditionsunternehmen einige Jahre später an einen US-Wettbewerber verkauft wurde.

~ von opabo - 16. Januar 2021.

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