Opel-Historie: Erstmals zehntausend Mitarbeiter (1933)

Seit der PSA-Übernahme sind nun schon einige tausend Opelaner nolens volens gegangen – und das war vermutlich noch nicht das Ende der Fahnenstange. Synergieeffekte, Rationalisierungen usw. werden gerne als Gründe herangezogen.
Natürlich kam es auch schon früher zu Schwankungen der Mitarbeiterzahl, deren Ursachen waren allerdings teilweise erheblich schlimmer: Krieg, Wirtschaftskrise, Massenarmut.
In den ersten Jahrzehnten der Unternehmensgeschichte standen die Zeichen ja meistens auf Wachstum. Eine der Ausnahmen bildeten die Jahre nach dem New Yorker Börsencrash im Jahre 1929 und der darauf folgenden Weltwirtschaftskrise. Die wirtschaftliche Scheinblüte der Zwanziger Jahre brach in Deutschland zusammen, was naturgemäß auch die Automobilproduktion hart erwischte.
Auch bei Opel brachen Umsatz und Produktionszahlen ein, die Modellpalette wurde geschrumpft, es kam zu Kurzarbeit, Opel machte Verlust, nur der Export hielt sich halbwegs.
1933 senkte Opel bei einigen Modellen sogar leicht die Preise, um Kaufkraftverluste der Bevölkerung etwas auszugleichen. Was das gebracht hätte bleibt offen, denn bekanntlich kam es zur Machtübernahme der Nationalsozialisten, welche in Folge unter anderem die „Volksmotorisierung“ zum Ziel erklärten und etwa den Straßenbau stark forcierten (was zudem eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme darstellte) sowie die Kfz-Steuer (für zwei Jahre) strichen. De facto war das ein staatliches Konjunkturprogramm, um der kriselnden deutschen Automobilindustrie über den Berg zu helfen. Letzteres war für die Nazis wichtig, weil der Autoexport einen Großteil der für Rohstoffimporte benötigten Devisen erwirtschaftete. Immer im Hintergrund: die angestrebte Aufrüstung.
Auch in Rüsselsheim liefen die Bänder zumindest für einige Monate wieder rund um die Uhr, es kam im Sommer sogar zu Lieferengpässen. Die Zahl der Beschäftigten stieg zwischenzeitlich erstmals leicht auf gut zehntausend, am Jahresende waren es etwas weniger. Opels Pkw-Produktion hatte sich im Vergleich zum (sehr schlechten) Vorjahr verdoppelt, ähnlich sah es übrigens bei der gesamten deutschen Automobilerzeugung aus.
Produktionszahlen, Exporte sowie die Mitarbeiterzahl der Rüsselsheimer stiegen in den kommenden fünf Jahren deutlich, die Modellpalette wurde auch dank neuer Technologien wieder breiter.

~ von opabo - 22. Februar 2020.

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