Opel-Namensgebung im Wandel der Zeit

Heutzutage müssen Autonamen weltweit vermarktbar sein, dürfen keinem Copyrightschutz unterliegen und niemand darf sich von ihnen beleidigt fühlen. Aussprechen sollte man sie möglichst überall auch können – gar nicht so leicht. Offenbar beschäftigen etliche Hersteller entsprechende Spezialisten, sogenannte „Verbal Designer“ . Und Rechtsanwälte sowieso.
Wie war das eigentlich bei Opel im Laufe seiner immerhin gut hundertfünfzigjährigen Firmenhistorie? Abwechslungsreich natürlich. Denn die ersten Produkte hatten teilweise tatsächlich nachvollziehbare Namen. Nähmaschine „Sophia“ etwa – sicher von der Konzernchefin inspiriert. Oder die „Perfecta“ – erklärt sich von selbst.
Opels Fahrräder hießen – ebenfalls eingängig – „Schwalbe“, „Blitz“ [!] oder auch „Victoria“ – 1870/71 lässt grüßen.
Die Motor-Fahrräder aus Rüsselsheim wiederum wurden einfallslos nach ihren sogenannten Hubraum-PS benannt: „“2 1/2 HP“, „2 3/4 HP“, „3 1/4 HP“ usw. usf. Dito auch Opels erste Motorwagen: „10/12 PS“ et cetera. Muss man jetzt nicht alle aufzählen…
Zum Glück half wenigstens der Volksmund in einigen Fällen, „Doktorwagen“, „Puppchen“ und vor allem „Laubfrosch“ errangen entsprechende Popularität.
Ende der Zwanziger Jahre änderte Opel seine Namensgebung auf die Hubraumgröße (also etwa „3,7 Liter“), was auch nicht viel besser war. Does size matter? Rühmliche Ausnahme war das leider auf GM-Anweisung komplett eingestampfte Spitzenmodell „Regent“ .
Erst in den Dreißiger Jahren erhielten Opels Modelle endlich griffige Namen. Mit „Olympia“ und „Rekord“ wurde es sportlich, „Kadett“, „Kapitän“ und „Admiral“ machten es maritim und vermittelten latent die Möglichkeit eines sozialen Aufstieges . Das hielt sich auch bis in die ersten Nachkriegsjahrzehnte so weiter.
Ab Ende der Sechziger tauchten dann vermehrt aus der bisherigen Namenstradition abweichende Modellbezeichnungen auf, etwa „Ascona“ und „Manta“ – was dem Erfolg keinen Abbruch tat.
Der „Senator“ passte als später Nachfahre des „Diplomat“ nochmal irgendwie in die Namenshistorie, ansonsten fiel die Opel-Namensgebung ab den Achtziger Jahren aber in die Hände des internationalen Marketings.
Opels Modelle erhielten Kunstnamen, welche möglichst mit „a“ zu enden hatten. „Omega“, „Calibra“ und so weiter.
Selbst der zumindest hierzulande überaus eingeführte „Kadett“ musste dem „Astra“ weichen – kleine Zeitenwende in Rüsselsheim.
Wie / ob sich die Namensgebung unter der PSA-Ägide zukünftig ändern wird, bleibt abzuwarten. Die aktuellen Modelle „Mokka“, „Crossland“ und „Grandland“ etwa erschienen schon vor der Übernahme bzw. wurden davor geplant. Vielleicht reaktiviert Opel ja auch frühere Modellbezeichnungen und setzt ein „X“ hintendran.

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~ von opabo - 3. August 2019.

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