Opel-Klassiker: Ampera

Prinzipiell löblich: bereits seit Jahrzehnten ist Opel auf der Suche nach Alternativen zu herkömmlichen Antrieben. Anfang der Neunziger Jahre etwa rollten „Kadett“-/“Astra“-Experimentalfahrzeuge mit Elektromotoren unter der Bezeichnung „Impuls“ über Deutschlands Straßen. Es folgte der mit Brennstoffzellen ausgestattete „HydroGen“ (auf „Zafira“-Basis).
Alles gut und schön, aber nicht ausreichend zur Serienreife. Erst 2011 präsentierten die Rüsselsheimer mit dem neuen „Ampera“ ihr erstes zur Massenproduktion taugliches Hybridmodell.
Massenproduktion? Gerade so. Bis zur Einstellung im Jahre 2016 wurden knapp über zehntausend „Ampera“ verkauft. Und das, obwohl das halbwegs futuristisch gestaltete Modell 2012 gar zum Europäischen „Auto des Jahres“ gewählt worden war und auch sonst noch allerlei Preise abräumte.
Woran lag’s? Vermutlich an mehreren Dingen. Der „Ampera“ – de facto eine leicht veränderte Variante des US-amerikanischen Chevrolet „Volt“ – bewegte sich preislich in „Insignia“-Regionen, immerhin Opels Spitzenmodell. Ok, er kam mit Vollausstattung – aber trotzdem.
Die E-Motor-Reichweite betrug offiziell gerade mal 40 bis 80 km, danach mussten Akku bzw. Benziner hinzugeschaltet werden. Die Anzahl verfügbarer Ladestationen war damals zudem noch niedriger als heutzutage.
Durch den vorhandenen Verbrennungsmotor entfiel auch das häufig gern angebrachte Argument, dass auf reine E-Fahrzeuge erheblich weniger Kosten in Bezug auf Verschleißteile und Werkstattintervalle entfallen. Die 310 Liter Gepäckraum des Viersitzers waren i.Ü. auch nicht gerade der Brüller.
Nennenswerteste Vorteile des „Ampera“ waren vermutlich das allerdings erhebliche Drehmoment von 370 Newtonmetern sowie mögliche Nachlässe bei der Kfz-Steuer, vielleicht auch etwas Trendsetter-Image.
Interessenten auf der Suche nach günstigen gebrauchten E-Fahrzeugen haben aktuell mit dem „Ampera“ allerdings eine interessante Option, denn der Preisverfall bei diesem Modell ist sehr hoch. Für etwas über zehntausend Euro findet man schon Angebote.
Fazit: es ehrt Opel/GM schon, vergleichsweise früh ein solches Fahrzeug auf den Markt gebracht zu haben. Ein – wie im offiziellen Prospekt behauptet – „Meilenstein der Mobilität“ war es aber nicht.
P.S. Seit 2017 gibt es den Nachfolger „Ampera-e“ als reinen Stromer mit einer tatsächlichen Reichweite zwischen 350-500km. Das ist schon deutlich alltagstauglicher, der „Ampera-e“ ist allerdings teuer sowie schwer verfügbar. Der kürzlich präsentierte neuen „Corsa“ (F) soll ebenfalls als reines E-Fahrzeug kommen.

~ von opabo - 6. Juli 2019.

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