Opel in der Popkultur: Doku „Arbeit Heimat Opel“

Ein Job fürs Leben, am besten bei einem Großkonzern. Viele – nicht alle – träumen davon. Und zumindest gefühlt war das vor einigen Jahrzehnten auch häufig Realität. Etwa bei Siemens, der Bahn oder auch bei Opel.
Doch globaler Wettbewerb, Finanzkrise, Zeitverträge oder „Shareholder Value“ haben schon seit längerem dafür gesorgt, dass Arbeitnehmer heutzutage nicht mehr so sicher sein können, ihren Arbeitsplatz das ganze Leben lang behalten zu können. Dabei sind laut Studien immerhin immer noch ungefähr vierzig Prozent der deutschen Arbeitnehmer über zehn Jahre in ihrem Betrieb beschäftigt – ist doch gar nicht mal so schlecht.
Als Opel in den Sechziger Jahren das Werk Bochum eröffnete, bot sich für die vom Bergbau geprägte Region, welche vor einem absehbaren Strukturwandel stand, eine neue Chance. Opel und Bochum, das passte schnell und schaffte Identität – zumal es dem Konzern damals blendend ging.
2009. Der WDR porträtiert in der von den Filmemachern Ulrike Franke und Michael Loeken gedrehten, nüchtern gehaltenen Dokumentation „ARBEIT HEIMAT OPEL“ sechs Industriemechaniker-Azubis bei Opel Bochum. Sie sind einige der wenigen, welche von den über tausend Bewerbern genommen wurden. Die Azubis stellen kurz ihre Erwartungen und Hoffnungen vor, dann begleitet uns die Doku – übrigens komplett unkommentiert – durch deren folgende Ausbildungsjahre.
2009? Da war doch was. Richtig: Opels US-Mutterkonzern General Motors meldete nach Milliardenverlusten Insolvenz an. Allerlei Gerüchte über Werksschließungen oder einen Komplettverkauf Opels geisterten fürderhin durch die Medien. Entsprechende Nachrichtenmeldungen zeigt die Doku immer wieder in Einblendungen. Naturgemäß verändern sich die Einstellungen und Hoffnungen der Porträtierten im Zusammenhang mit Opels / des Standorts ungewisser Zukunft, aber auch im Zusammenhang mit den eigenen Leistungen während der Ausbildung.
Am Ende ist den heimatverbundenen Azubis klar, dass es für das Opel-Werk Bochum keine Perspektive mehr gibt. Ihre Zukunft werden sie sich woanders suchen müssen.

~ von opabo - 27. April 2019.

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