Opel und GM – Alternativszenario

Existieren Parallelwelten, gar -universen? Bereits im antiken Griechenland zerbrachen sich Philosophen darüber die Köpfe. Wir wollen hier mal ganz konkret über Opel und General Motors spekulieren.
Annahme: die Verhandlungen zur Opel-Übernahme Ende der Zwanziger Jahre scheitern aus irgendwelchen Gründen, Opel bleibt solo. Ein zeitliches Gedankenspiel bis Ende der Vierziger Jahre:

– GM kauft alternativ einen anderen deutschen Hersteller, um die hohen Einfuhrzölle zu umgehen und am Markt präsent zu sein. Potentieller Kandidat etwa DKW. Das übernommene Unternehmen übersteht dank GM die weltweite Finanzkrise und wird dank technischer Unterstützung schnell eine Größe auf dem Automobilmarkt.
Nach dem Krieg verfährt GM mit dem gekauften Hersteller ähnlich wie tatsächlich mit Opel, das Unternehmen wird finanziell sowie technisch unterstützt und kommt rasch wieder auf die Beine.
Oder: GM kauft zumindest vor dem Krieg außer Vauxhall keinen europäischen Hersteller und fokussiert auf seinen Heimatmarkt.
Oder (wahrscheinlicher): GM gründet analog zu Ford einen eigenen deutschen Produktionsstandort mit in Folge weitgehend eigenständigen europäischen Modellen ähnlich Ford. Der deutsche Automobilmarkt ist fraktionierter.

– Opel hingegen übersteht die Weltwirtschaftskrise entweder nicht – ok, das war’s.
Oder (wahrscheinlicher): die Rüsselsheimer schaffen es mal wieder irgendwie, auch dank erheblicher Unterstützung seitens der Opel-Familie.
Die technische Entwicklung neuer Modelle verläuft zunächst weniger dynamisch. Auch deswegen werden Fahrrad- und Motorradproduktion als zusätzliches Standbein nicht eingestellt. Der entwickelte „Motoclub“-Nachfolger verkauft sich gut.
Weiterhin wird der Luxuswagen „Regent“ aufgrund des kleinen Wirtschaftsaufschwunges der Dreißiger Jahre neu aufgelegt und konkurriert mit Horch in der Oberklasse – gut fürs Image.
Im Motorsport haben Auto Union und Mercedes mit Opel einen harten Konkurrenten.
Da Opel zudem nicht in ausländischem Besitz ist, bekommt das Unternehmen auch Unterstützung seitens der regierenden Nazis.
(Denkbare Sekundärfolge: im Zusammenhang mit dem Projekt „KdF-Wagen“ wird auf ein komplett neues Automobilwerk verzichtet, Opels „P4“ tut’s auch. Das Volkswagenwerk wird nie gebaut. In den späten Vierziger Jahren entwickelt irgendein Hersteller einen soliden und preisgünstigen Kleinwagen nach „Tatra“-Vorbild.)
Ab Kriegsbeginn wird Opels Stammwerk in Rüsselsheim erheblich in die Rüstungsproduktion eingezogen und deshalb während des Krieges so gut wie total zerstört.
Nach dem Krieg und dem langwierigen Werks-Wiederaufbau (über)lebt Opel zunächst mühsam von Reparaturaufträgen und seiner Zweiradproduktion. Zumindest die Lkw-Fertigung wird aufgrund des sehr starken Bedarfes aber bald wieder aufgenommen, später folgen auch Pkw. Ein Wirtschaftswunder steht vor der Tür.

~ von opabo - 29. September 2018.

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