Sonstiges: Kriegerdenkmal Rüsselsheim (1923)

Nach dem Ersten Weltkrieg brachen auch in Rüsselsheim harte Zeiten an. Französische Besatzung (inklusive Demontagen), Inflation, Massenarmut. Und natürlich hatte auch Rüsselsheim viele im Krieg Verwundete und Gefallene zu beklagen. Prominentester Verlust war sicher Dr. Ludwig Opel, der jüngste der fünf Opel-Brüder.
Mit diesem Hintergrund stifteten Wilhelm und Fritz von Opel 1923 ein Denkmal für die Gefallenen Rüsselsheims. Es besteht aus einem Steinsockel, auf dem ein nackter Mann mit Stahlhelm in der Hand sowie eine verhüllte Frau neben einem großen Zahnrad stehen – Symbole für Verlust, Trauer und Rückkehr.
Eine Übersicht listet kommentarlos die Namen der Rüsselsheimer Gefallenen auf. Interessantes Detail ist zudem eine Tafel, welche die horrenden 1923er Inflationspreise beispielhaft verdeutlicht: 1kg Brot – 420 Millionen Mark, 1kg Mehl – 800 Millionen Mark, 1kg Butter – 5200 Milliarden Mark… Fraglos ein äußerst eindringliches Zeitdokument.
Das Denkmal war bisweilen umstritten und wurde mehrfach umgesetzt. 1934 ließen die inzwischen herrschenden Nationalsozialisten direkt auf dem Opel-Werksgelände ein weiteres Kriegerdenkmal errichten, welches sich ausschließlich auf die gefallenen Opel-Angehörigen bezog.

~ von opabo - 18. November 2017.

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