Opel-Zukunft: „InCharge“-Initiative

Die Europäische Union ist ein zweifellos ambitioniertes politisches Projekt, welches in den letzten Jahrzehnten meist so halbwegs funktionierte. In den letzten Jahren fing das riesige Konstrukt dann aber etwas zu wackeln an. Finanzkrise, Bürokratismus oder zuletzt der „Brexit“ hießen einige der aktuelleren Schwierigkeiten.
Ein leider schon seit längerem existierendes Problem ist die in manchen EU-Mitgliedsländern sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit. Vor allem in Südeuropa sind die Quoten hier schockierend hoch.
Deshalb gründeten mehrere deutsche Unternehmen im Jahre 2015 die sogenannten „InCharge“ -Initiative. Die Grundidee war, den zum damaligen Zeitpunkt mehr als fünf Millionen arbeitslosen EU-Jugendlichen eine Perspektive in Form eines Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes zu geben. Nützlicher Nebeneffekt in Form von qualifizierten Arbeitskräften für die beteiligten Firmen inklusive – aber das ist ja auch völlig legitim.
Opels damaliger Chef Dr. Karl-Thomas Neumann war maßgeblich an der Initiative beteiligt, Opel war und ist natürlich Mitglied. Weitere namhafte Partner sind etwa Continental, ZF, Schaeffler oder auch die Mainzer Universität. Ziel der Initiative war es, insgesamt einhundert Unternehmen zu finden, welche jeweils einhundert Chancen vergeben sollten.
Eine erste Zwischenbilanz fällt ernüchternd aus. Laut Homepage der Initiative sind heute erst gut dreißig Teilnehmer registriert. Vergleicht man zudem die Statistiken zur Jugendarbeitslosigkeit, so hat sich in einigen Ländern zwar durchaus etwas getan – in Spanien, Italien und Kroatien fiel die Quote auf immerhin unter 40%, der EU-Durchschnitt fiel auf unter 20%. Der Brüller ist das aber immer noch nicht.
Woran das liegt, dürfte kaum festzustellen sein. EU-Förderprogramme gibt es sowieso (und werden teilweise kaum abgerufen), die Konjunktur in den meisten EU-Ländern verläuft derzeit gut. Wirtschaftlich stabile Länder wie etwa Schweden, Luxemburg oder die Slowakei weisen jedoch nach wie vor zweistellige Quoten auf. Die vergleichsweise niedrige Quote hierzulande dürfte hauptsächlich am jahr(zehnt)elangen Geburtenrückgang liegen.
Fazit: kein Fazit. Gut gemeint, Ergebnis offen.

~ von opabo - 9. September 2017.

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