Opel-Historie: GM-Übernahme #1 – Vorgeplänkel

Im Oktober 1928 besuchte der Präsident von General Motors, Alfred P. Sloan, Europa. Er wollte sich mehrere Automobilwerke ansehen, unter anderem auch Opel. Das Rüsselsheimer Traditionsunternehmen war dabei aus mehreren Gründen besonders interessant.
Erstens war Opel der größte europäische Automobilhersteller. Zweitens war Deutschland der größte europäische Markt. Und drittens galten in Deutschland seit kurzem recht harte Schutzzölle für importierte Autoteile. Hintergrund war der stark angestiegene Anteil ausländischer, vor allem US-amerikanischer Hersteller bei den Auto-Neuzulassungen.
Der Besuch Sloans blieb natürlich nicht unbemerkt und sorgte für allerlei Spekulationen. Vorerst dementierte Opel jedoch jegliche Verkaufsabsichten.
Tatsächlich bestand zwischen den beiden Firmen jedoch seit einigen Jahren ein gewisser Kontakt, Geheimrat Wilhelm von Opel war wohl mehrfach in den USA und auch bei GM gewesen.
Vielleicht hatte er der kurzen Blüte der deutschen Wirtschaft in den Zwanziger Jahren nicht wirklich getraut und sah ein Ende dieser hauptsächlich auf ausländische Kredite gegründeten Konjukturerholung voraus. In der Automobilbranche hatte es in den Jahren zuvor ohnehin etliche Hersteller erwischt, speziell die mit vergleichsweise veralteten Produktionsmethoden.
Dementis hin oder her – schon Anfang Dezember 1928 wurde Opel in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Weg für den GM-Einstieg war also gebahnt.

~ von opabo - 26. November 2016.

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