Opel-Familie: Ludwig Opel

Schon bald nach Errichtung der „Nähmaschinenfabrik von Adam Opel“ im Jahre 1868 florierte das Unternehmen enorm. Für Firmengründer Adam und seine Frau Sophie gab es viel zu tun. So erklärt sich vielleicht die doch etwas größere Zeitspanne, während der Opels fünf Söhne nach und nach das Licht der Welt erblickten.
Der jüngste der Opel-Buben, Ludwig, wurde erst 1880 geboren. Wie seine Brüder war auch er sportbegeistert und vor allem bei Radrennen sehr aktiv. Ludwig war zwar nicht ganz so erfolgreich wie seine anderen Brüder, wurde aber immerhin Hessenmeister und gewann noch etliche andere Preise. Die Werbewirkung seiner Rennsiege war wie bei den Brüdern jedenfalls enorm, Opel-Fahrräder waren gegen Ende des 19. Jahrhunderts de facto zum Standard für deutsche Radrennfahrer geworden.
Nach dem Abitur arbeitete Ludwig Opel nicht sofort in der familieneigenen Firma, sondern studierte zunächst Jura und promovierte auch. Das Unternehmen Opel produzierte inzwischen Krafträder und Autos, die neue Berliner Niederlassung wurde eine Zeit lang von Ludwig geführt. Später wechselte er zurück nach Rüsselsheim und wurde Mitglied der Geschäftsführung.
Doch Ludwigs Schicksal wurde nicht Opel, sondern das Militär. Denn während das Stammwerk aufgrund des Ersten Weltkrieges hauptsächlich Flugzeugmotoren und Lastkraftwagen produzierte, hatte der Reserveleutnant zu den Hessischen Leibdragonern einrücken müssen.
Dunkle Vorahnungen scheinen ihn geleitet zu haben, als er im August 1915 in einer Gefechtspause ein Schriftstück mit Anweisungen für seine Beerdigung aufsetzte. Darin verbat er sich unter anderem „jedwede Reklame“ mit seinem Tod und zudem auch die Überführung seiner Leiche „in aller Stille“. Beerdigt werden wollte er „in der Heimat, an Seite meiner lieben Mutter“.
Seine Ahnungen wurden leider wahr, Mitte April 1916 fiel Ludwig Opel an der Ostfront. Ein bedeutender Teil seines Vermögens wurde im Testament für den Bau einer Arbeiterwohnsiedlung in Rüsselsheim bestimmt.

~ von opabo - 20. Juni 2015.

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