Opel-Klassiker: Profi-Rennrad ZR 3

Trotz anfänglicher Skepsis des Firmengründers hatte Opel 1886 mit der Produktion von Hochrädern begonnen. Ab dem Folgejahr liefen dann auch die weitaus sichereren Niederräder vom Band. Da die fünf Söhne Adam Opels allesamt begeisterte Radfahrer waren und erfolgreich an vielen Rennen teilnahmen, wurde die Marke sehr bald populär. Hochräder allerdings wurden zunehmend weniger gefragt, da zu unhandlich und gefährlich.
Doch Opels Niederräder wurden immer beliebter, die Produktionszahlen stiegen rasant. Die Einführung von Luftreifen Anfang der 1890er Jahre brachte endgültig den Durchbruch zum Massenverkehrsmittel, das Fahrradgewicht wurde hierdurch enorm gesenkt.
Zu Beginn der Zwanziger Jahre war Opel zwischenzeitlich zum größten Fahrradproduzenten der Welt avanciert – gleichsam wieder ein Meilenstein der Opel-Historie. Dazu beigetragen hatte auch die Umstellung auf Fließbandproduktion im Jahre 1923, welche Opels Fahrräder noch erschwinglicher machte.
Weiterhin im Dauer-Erfolgseinsatz waren Opels Rennräder. Die Rüsselsheimer gönnten sich Mitte des Jahrzehnts sogar ein eigenes, international besetztes Werksteam. Es feierte fast bei jedem Rennauftritt Erfolge, brach teilweise sogar Weltrekorde.
Die Siegesmaschine der Opel-Werksmannschaft war das „ZR 3“ . Dieses „Original~Berufsfahrer~Modell“ in auffälligem gelb-schwarz wies laut Opel zahllose Spezial-Rennkonstruktionen auf. Rahmen, Gabel, Tretlager, Naben – alles „Spezial“. Opels Techniker hatten hier offenbar alles richtig gemacht, denn das „ZR 3“ lief und lief, gewann und gewann.

Bild: Opel-Klassiker ZR 3

Opel-Klassiker ZR 3 (im Verkehrsmuseum München)

Zur Krönung fand 1931 eine von Opel veranstaltete Deutschlandrundfahrt über viertausend Kilometer statt, bei der alle Teilnehmer auf einem „ZR 3“ starteten. Eine bessere Werbung kann man sich eigentlich kaum noch vorstellen.
Eine auffällige konstruktive Änderung erfolgte 1933, als der sogenannte „Doppelstabil“ -Rahmen eingeführt wurde. Hierbei wurden die einzelnen dickeren Rahmenrohre durch zwei dünnere, parallele Rohre ersetzt. Das sparte Gewicht und sah außerdem verdammt schnittig aus.
Der Verkauf von Opels Fahrradproduktion 1937 an NSU bedeutete leider das Ende für Opels legendäres Rennrad. In Radsport-Traditionsvereinen ist es aber auch heute noch ein sehr beliebter Klassiker.

~ von opabo - 11. Oktober 2014.

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