Opel-Zukunft: Strategischer Rückzug aus China

Es gilt als Automarkt der Zukunft, fast alle wollen hin: China. Auch Opel war noch im vergangenen Jahr auf der regional sehr wichtigen Automesse in Shanghai vertreten. Immerhin drei Modelle präsentierte man dem interessierten Publikum: „Astra“ , „Insignia“ und „Zafira“ .
Made in Germany ist eben auch im Fernen Osten längst als Qualitätssiegel bekannt und geschätzt. So hätte eine forcierte Ausrichtung auf den riesigen chinesischen Markt für Opel sicher interessant werden können.
Doch dazu wird es nicht kommen, ab 2015 werden dort keine Opel mehr verkauft werden, jedenfalls nicht direkt unter diesem Markennamen.
Ist das vernünftig? Durchaus. Denn ein Engagement in China macht für einen Autohersteller nur dann Sinn, wenn man vor Ort produziert. Für importierte Fahrzeuge werden heftige Zollgebühren fällig. Opels Mutterkonzern GM hat aber schon mehrere „Chevrolet“-Werke im Land, zudem werden einige Opel-Modelle als umbenannte „Buick“-Version bereits halbwegs erfolgreich verkauft. Ein zusätzliches eigenes Opel-Werk in China würde also konzernintern vermutlich als Nullsummenspiel enden.
Weil die bisherigen Opel-Verkaufszahlen in China bei deutlich unter fünftausend Einheiten pro Jahr liegen, wird der China-Rückzug die Rüsselsheimer also kaum schmerzen. Und da sich GM ab Ende 2015 mit seinen US-amerikanischen Eigenmarken zudem fast komplett aus Europa zurückziehen will, wird Opel im Gegenzug sogar gestärkt.
Opel ist als Marke hauptsächlich in Europa und dem Nahen Osten bekannt. In diesen Regionen besteht aber durchaus noch einiges Wachstumspotenzial (etwa in Russland und der Türkei), zudem könnten zwischenzeitlich an Mitbewerber verlorene Marktanteile wieder zurückerobert werden.
Auch wenn es wohl nicht mehr ganz zur Nummer Eins reichen wird – da geht was.

~ von opabo - 5. Juli 2014.

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