Opel-Historie: Der Zwanzigmillionste (1983)

Fast war noch alles eitel Sonnenschein. Zwar hatte die Ölkrise zu Beginn der 80er Jahre die europäische Autobranche mächtig erwischt, Opel etwa machte 1980 zum ersten Mal seit 1950 Verlust.
Doch nur wenige Jahre später gab es in Rüsselsheim allen Grund zum Feiern. Ende Mai 1983 rollte nämlich der 20millionste Opel vom Band, es war ein silbergrauer „Senator CD“ . Seine Fronthaube war mit Blumen geschmückt, im Wageninneren strahlte der damalige Opel-Chef Ferdinand Beickler mit einigen Kollegen um die Wette.
Es sah wirklich gut aus für die Opelaner. Zum Jahresanfang hatte man gar den ewigen Rivalen Volkswagen bei den Zulassungszahlen überholt – die Wolfsburger konterten prompt mit einigen verbiligten Sondermodellen.
Doch Opel feierte noch ein bisschen. Erstmals wurde mehr als eine Million Fahrzeuge produziert, gut die Hälfte davon ging in den (fast ausschließlich westeuropäischen) Export. In Spanien lief im brandneuen Opel-Werk Zaragoza der neue Kleinwagen „Corsa“ vom Band, er wurde auf Anhieb ein Erfolg.
Opel/Vauxhall konnten ihren Marktanteil in Europa ausbauen. Die Rüsselsheimer feierten 1983 zudem einen neuen Umsatzrekord in der Opel-Historie, auch Gewinn wurde wieder gemacht.
Jedoch: er belief sich auf bescheidene zwei Prozent des Konzernumsatzes – nicht gerade ein Kracher. Und der „Corsa“-Erfolg überdeckte das zunehmend bieder gewordene Design der meisten anderen Modelle.
Bald war es vorbei mit der guten Stimmung. Häufige Führungswechsel in der Chefetage, eine seitens Detroit aufoktroyierte „GM-Europazentrale“ in Zürich sowie zu allem Unglück noch der beinharte Einsparer José Ignacio López de Arriortúa sorgten ab Mitte der 80er Jahre nachhaltig für einen langjährigen Niedergang der Traditionsmarke, welcher erst im neuen Jahrtausend gestoppt werden sollte.
Das war endlich mal wieder ein Grund zum Feiern.

~ von opabo - 12. April 2014.

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