Omega V8: Opels Beinahe-Rückkehr in die Oberklasse

Anfang der 90er Jahre hatte Opel mit dem „Omega A“-24V bereits einen Pkw der Oberen Mittelklasse im Angebot, dessen Fahrleistungen einen Vergleich mit Porsche nicht zu scheuen brauchten. Ab 1994 wurde in Rüsselsheim der Nachfolger „Omega B“ produziert, auch er mit teilweise stark motorisierten Modellvarianten.
Doch Opel wollte mehr. Seit dem Aus der „KAD-Reihe“ war man fast zwanzig Jahre nicht mehr in der Oberklasse vertreten – das schmerzte angesichts der beeindruckenden Opel-Historie in diesem Segment.
1999 präsentierte Opel auf der Frankfurter IAA seine Studie „V8.com“ . Hierbei handelte es sich um einen äußerlich unveränderten „Omega B“, welcher mit einem aus Chevrolets „Corvette“ stammenden V8-Motor bestückt war. Ein wahrlich monströses Teil: knapp 5,7 Liter Hubraum, 310 PS, 450 Newtonmeter Drehmoment. Damit wäre dem „Omega V8“ die linke Autobahnspur vermutlich dauerreserviert gewesen.
Anfang 2000 wurde das neue Spitzenmodell einem ausgewählten Publikum auf dem siebzigsten Genfer Automobilsalon feierlich präsentiert. „Fahrleistungen und Komfort der Spitzenklasse“, „überlegenes Leistungspotenzial“, „Sportwagenformat“ u.a. wurden in der Pressemitteilung gepriesen.
Vermutlich stimmte das alles sogar. Jedoch – kurz vor Beginn der Serienproduktion stoppte Rüsselsheim das Prestigeprojekt.
Was war geschehen? Trotz etlicher Anpassungen hatten die bereits existierenden Prototypen immer wieder mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Probleme traten wohl vor allem bei Kupplung sowie Automatikgetriebe auf. Fahrten mit hohem Dauertempo, hierzulande dank des fehlenden Tempolimits bekanntlich möglich und auch gängig, hielten ebenjene Komponenten ganz offensichtlich nicht durch. Chevrolets V8 war nun mal für eine bescheidenere US-Fahrweise konzipiert worden.
Da Anpassungen der Modellschwachpunkte im Vergleich zur erwarteten Stückzahl vermutlich zu aufwändig gewesen wären, stampfte Opel das Projekt kurzerhand ein.
Und das war gut so, wie man zugeben muss. Erstens wären die mit einem Ami-Aggregat ausgestattenen „Omega V8“ als Imageträger nur halbherzig erfolgreich gewesen. Zweitens hätten eventuelle weitere Probleme Opels Ruf weiter beschädigen können. Dieser war durch die generellen Qualitätsmängel der 80er-Jahre bereits angekratzt. Drittens wäre der Verbrauch eines solchen Triebwerk-Trumms bei „sportlicher“ Fahrweise sicherlich unzeitgemäß hoch gewesen.
Aber ein bisschen schade drum ist es trotzdem.

~ von opabo - 21. Dezember 2013.

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