Opel-Werke: Eisenach

Die Geschichte der Automobilproduktion in Eisenach begann fast zeitgleich mit derjenigen in Rüsselsheim. Bereits 1896 fertigte man hier Fahrräder, zwei Jahre später begann „Wartburg“ die Produktion seines „Motorwagens“. Später änderte sich der Markenname in „Dixi“ , bis 1928 BMW das Werk übernahm. Fortan wurden hier unter dem Namen „BMW Zweigniederlassung Eisenach“ Autos, Motorräder sowie kriegsbedingt auch Flugzeugmotoren produziert.
Nach dem Krieg entging das Werk glücklicherweise einer Demontage durch die sowjetische Besatzungsmacht, stattdessen baute man die BMW-Vorkriegsmodelle einfach weiter. Ab 1951 durfte der Name BMW nach einem Gerichtsentscheid nicht mehr verwendet werden, zudem wurde das Werk ein Jahr später verstaatlicht und in „VEB Automobilwerk Eisenach“ (AWE) umbenannt.
Von nun an entließen nur noch Autos mit Zweitaktmotor die AWE-Hallen, darunter immerhin der schöne „IFA 09“, die bekannten „Wartburg“-Modelle 311 & 353 sowie nicht zuletzt der sportliche „Melkus RS 1000“ .
Doch trotz mehrerer Neubauten und Produktionsauslagerungen waren die Anlagen Ende der 80er Jahre schlichtweg total veraltet. Noch vor der Wiedervereinigung beider deutscher Teilstaaten vereinbarten Opel und AWE im Frühjahr 1990 eine Produktion von Opel-Modellen in Eisenach. Das war vermutlich ein Glücksfall für Werk und Beschäftigte, denn der Absatz der DDR-Automobile zerfiel rasant – genau wie die DDR selbst.
Im Oktober 1990 verließ das erste vor Ort gefertigte Opel-Modell die Produktionshallen – es war ein „Vectra“. Gerade mal zwei Monate später vereinbarten Opel und die Treuhandanstalt den Bau eines komplett neuen Werkes in Eisenach. Opel investierte umgerechnet 1,5 Milliarden Euro, heraus kam eines der modernsten und umweltverträglichsten Automobilwerke der Welt. Im Herbst 1992 begann dort die Produktion der Opel-Modelle „Astra“ und „Corsa“.
Trotz Absatzrückgängen und Finanzkrise hielt Opel Eisenach durch, 2010 feierte man den 2,5-millionsten vor Ort gefertigten „Corsa“.
Die Zukunft von Opel Eisenach könnte indes rosig aussehen. Seitdem der neue Kleinstwagen „Adam“ auf dem Markt ist, steigen Opels Absatzzahlen allmählich wieder. Gut für Eisenach, denn ausschließlich dort wird er produziert. Gerüchteweise ist zudem eine Produktionsverlagerung des „Mokka“ von Südkorea nach Europa im Gespräch, hiervon könnte Eisenach abermals profitieren.
[Update Oktober 2018]
Nach der Opel-Übernahme durch PSA wurde die bisweilen diskutierte Produktion des „Mokka“ in Eisanach offenbar wieder verworfen. Da der „Adam“ wohl ab dem kommenden Jahr eingestellt wird, wird das Werk Eisenach künftig vermutlich den „Grandland X“ und eventuell ein weiteres Modell produzieren.

~ von opabo - 3. August 2013.

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