Opel-Klassiker: „Laubfrosch“

Nachdem in den USA bereits seit einigen Jahren mittels Fließbandproduktion Autos vergleichsweise schnell und kostengünstig hergestellt werden konnten, entschied sich Opel zu Beginn der Zwanziger Jahre ebenfalls dazu. Friedrich von Opel hatte zuvor selbst in Detroit entsprechende Werke besichtigt und die Rückständigkeit der hauseigenen Fabrikationsmethoden klar erkannt.
Auf dem ersten, 45 Meter langen Fließband der Opel-Historie wurde ab 1924 der neue „Opel 4 PS“ zusammengeschraubt. Aufgrund seiner meist dunkelgrünen Farbe fiel er auf den Straßen sofort auf und erhielt so den Spitznamen „Laubfrosch“.
Das klar als Großserienwagen konzipierte Fahrzeug wurde opeltypisch in verschiedenen Motor- und Karosserievarianten angeboten. Der kleine Zweisitzer zum Beispiel hatte nur eine Türe – und zwar links, da auf der rechten Seite das Reserverad angebracht war.
Sein Preis von anfangs 4500 Rentenmark sollte es auch unteren Einkommensschichten ermöglichen, ein Automobil besitzen zu können. In den Folgejahren konnte der Preis des „4 PS“ sogar noch um ein Drittel gesenkt werden, weil die Produktion immer weiter optimiert wurde.
Tatsächlich war der „Laubfrosch“ ein voller Erfolg. Er bot einen frechen Kontrast zu den vorherrschenden großen Limousinen bzw. den wackligen Motorwagen des vorherigen Jahrzehnts.

Bild: Opel-Klassiker Laubfrosch

Boote haben ja auch kein Rücklicht: Heck des Opel Laubfrosch

Auffallend war die bootsrumpfähnliche Form des Heckbereiches, was viele an den Citroën „Typ C“ erinnerte – vor allem Citroën selbst. Der französische Automobilhersteller verklagte Opel denn auch mit dem Vorwurf des Plagiats, unterlag aber vor einem deutschen Gericht. Begründung: die unterschiedliche Form des Kühlergrills.
Angeblich geht die Redewendung „Dasselbe in Grün“ auf diese Plagiatsgeschichte zurück – den Citroën gab es nämlich nur in Gelb.
1931 war Schluss für den Opel-Klassiker der Zwanziger Jahre. Mit knapp 120t produzierten Exemplaren hatte er sich bestens verkauft und Opel als größten deutschen Automobilhersteller etabliert.
Gut erhaltene Exemplare bekommt man heutzutage für zirka 20t Euro – sofern sie überhaupt jemand verkaufen will.

~ von opabo - 27. April 2013.

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