Vauxhall, Opels englische Schwester

Fast zeitgleich mit dem Beginn der Automobilproduktion bei Opel in Rüsselsheim begann auch Vauxhall in London mit dem Bau von Motorwagen. Die Firma war Mitte des 19. Jahrhunderts ursprünglich als Maschinenfabrik „Alex Wilson & Company“ gegründet und später nach dem gleichnamigen Londoner Stadtteil umbenannt worden, wo der Firmensitz lag.
Zeittypisch waren Vauxhalls erste Automodelle droschkenähnlich konstruiert und verkauften sich jeweils nur wenige dutzendmal. Aufgrund des schnellen technischen Fortschritts wurden sowohl Motorisierung als auch Erscheinung der Modelle rasch dynamischer.
Ein echter Sportwagenklassiker war der „30/98“ (die Namensherkunft ist nicht ganz klar), der in verschiedenen Varianten erhältlich war und bis zu 100 Meilen pro Stunde schaffte. Von diesem Erfolgsmodell wurden bis 1927 knapp 600 Einheiten gebaut.
Bereits zwei Jahre zuvor hatte General Motors die Firma übernommen, der Kaufpreis betrug zweieinhalb Millionen U$D. Vauxhall hatte nie große Stückzahlen produzieren können, weswegen finanzielle Rücklagen für ein eigenständiges Weiterbestehen nicht vorhanden waren.
Die neue Firmenleitung setzte in den 30er Jahren zunächst auf die Herstellung von kleineren Fahrzeugen sowie Massenproduktion. Nach dem zweiten Weltkrieg erschienen dann Modelle, welche ihre Designanleihen klar von US-amerikanischen Vorbildern bezogen.
In den 70er Jahren war Schluss mit der eigenständigen Konzeption von Fahrzeugen, fortan wurden im Wesentlichen Opel-Modelle umbenannt und ansonsten unverändert produziert – von der Rechtssteuerung mal abgesehen. So erschien der „Manta B“ etwa als „Cavalier“ auf dem britischen Markt – er wurde zu einem der erfolgreichsten Modelle Vauxhalls überhaupt.

Bild eines Vauxhall Cavalier

Kein Manta B, sondern ein Vauxhall Cavalier

Ab den 80er Jahren wurden dann alle parallelen Baureihen beider europäischer GM-Töchter auch dem Namen nach angeglichen. Traditionalisten hatten dabei den Verlust eingeführter Modellnamen zu bedauern, so traf das Aus etwa den „Cavalier“ oder auch Opels „Ascona“.
2009 scheiterte der geplante Verkauf Vauxhalls und Opels an die Investorengruppe Magna in letzter Sekunde. Beider Mutterkonzern GM hatte zuvor offiziell Insolvenz angemeldet. Ende des Jahres entschied sich GM jedoch überraschend, seine beiden europäischen Marken weiterzuführen, da sie in der Konzernstrategie als entscheidend betrachtet wurden.
Derzeit hat Vauxhall zwei Produktionsstandorte, nämlich Ellesmere Port und Luton. Beschäftigt sind dort zirka viereinhalbtausend Personen, hinzu kommen viele tausend Mitarbeiter von Händlern und Zulieferern. Gefertigt werden hier auch Fahrzeuge für den kontinentaleuropäischen Markt, während auf dem Kontinent wiederum Fahrzeuge für den britischen und irischen Markt hergestellt werden. Verwirrend – aber irgendwie auch typisch GM.

Link zur offiziellen Firmenwebseite: Vauxhall-Webseite

~ von opabo - 20. April 2013.

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