Sonstiges: Opel-Rennbahn bei Rüsselsheim

Bereits wenige Jahre nach Aufnahme der Automobilproduktion hatte Opel eine werkseigene Einfahrbahn bauen lassen. Aufgrund der rasch steigenden Motorleistungen der Fahrzeuge konnte sie jedoch bald nicht mehr für Geschwindigkeitsfahrten genutzt werden. Man musste auf die öffentlichen Straßen wechseln, um die Leistungen der Wagen im Praxisbetrieb überprüfen zu können. Dies sorgte wegen der Lärm- und Geruchsbelästigungen bald für Dauerärger mit der Anwohnerschaft.
Nach Intervention des damaligen hessischen Großherzogs Ernst Ludwig begann Opel mit dem Bau einer eigenen Teststrecke südlich von Rüsselsheim, sie wurde 1919 eingeweiht. Das 1,5km lange Oval war damit die erste permanente Versuchsstrecke für Automobile im Deutschen Reich. Bald wurde sie auch für Rennveranstaltungen genutzt, es kamen bis zu 50.000 Zuschauer – also erheblich mehr als Rüsselsheim Einwohner hatte.
Die zwölf Meter breite Rennbahn und die hohen Steilwandkurven boten den Zuschauern spektakuläre Rennen mit Spitzengeschwindgkeiten bis zu 140km/h, es fanden sowohl Auto- als auch Motorradrennen statt. Unter anderem wurde auch das erste Raketenauto der Welt, der Opel „RAK 1“, auf dieser Bahn vorgestellt und ausprobiert.
Die technische Entwicklung der Automobile setzte sich in den 20er Jahren jedoch rasant fort, weitere öffentliche Rennbahnen entstanden: die Berliner AVUS sowie der Nürburgring in der Eifel. Opels „RAK 2“ war mit über 200km/h bereits viel zu schnell für die Opel-Rennbahn, weswegen Fritz von Opel 1928 seine Rekordfahrt auf die Avus verlegen musste.
Die Opel-Rennbahn verlor danach rasch an Bedeutung und geriet allmählich in Vergessenheit. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie zunächst von der US-Armee und später teilweise für Renaturierungsmaßnahmen genutzt. Komplett abgerissen wurde sie aber nie, das Gelände ist inzwischen ein Wasserschutzgebiet.

~ von opabo - 28. Februar 2013.

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