Opel-Historie: Erste Schritte – von der Nähmaschine zum Automobil

Wir schreiben die Mitte des 19. Jahrhunderts. Adam Opel hat seine Schlosserlehre beendet und befindet sich auf seiner Gesellenwanderschaft durch Europa, um berufliche Erfahrungen und neue Eindrücke zu sammeln. In Paris arbeitet er mit seinem Bruder Georg unter anderem in verschiedenen Nähmaschinenfabriken. Nach seiner Rückkehr beschließt er, in Rüsselsheim eine eigene Produktion zu beginnen. Die dazu nötigen Spezialteile bekommt er zunächst von seinem noch in Paris weilenden Bruder zugeschickt. Nach der Heirat mit der Industriellentochter Sophie Marie Scheller erhält er die finanziellen Mittel, um eine eigene Fabrik bauen zu können. Die Verkaufszahlen steigen schnell, bis 1880 sind bereits 20.000 Nähmaschinen hergestellt.

Bild: Nähmaschine Perfecta

Opel-Klassiker: Nähmaschine Perfecta

Doch die fünf Söhne des Firmengründers drängen auf eine Ausweitung der Produktion. Da der Nähmaschinenmarkt zunehmend stagniert, lässt sich Adam Opel schließlich davon überzeugen, ab dem Jahre 1886 zusätzlich auch Fahrräder herzustellen. Deren Umsatzzahlen steigen ebenfalls flott, wozu sicher auch der Enthusiasmus der Opel-Söhne beiträgt. Alle nehmen mit ihren Opel-Rädern an unzähligen Rennen teil und gewinnen häufig, allein Fritz von Opel über 180-mal. Eine bessere Werbewirkung kann man sich kaum vorstellen, jeder Sieg lässt die Verkaufszahlen der hauseigenen Fahrräder nach oben schnellen. 1920 ist Opel der größte Fahrradhersteller der Welt. 1895 stirbt der Firmengründer, seine Witwe sowie zwei seiner Söhne übernehmen das Unternehmen.
Die Industrialisierung Europas schreitet rapide voran, man muss sich abermals nach neuen Produkten umsehen und entscheidet sich für den Bau von Motorwagen, später auch von Motorrädern (bis 1930). Zunächst setzt man auf den Motorwagen „System Lutzmann“, einem Patent des gleichnamigen Dessauer Schlossermeisters, welcher künftig auch die Produktion bei Opel direktiv überwacht. Die 3,5 PS des „Lutzmann“ ermöglichen immerhin eine Höchstgeschwindigeit von bis zu zwanzig Stundenkilometern. Das Rennfahren können die Söhne nicht lassen: Heinrich von Opel gewinnt 1901 ein Bergrennen bei Heidelberg – natürlich auf Opel.

Opels erster Motorwagen System Lutzmann

Opels erster Motorwagen System Lutzmann

1902 erwirbt man die Lizenzrechte des französischen Herstellers Darracq und produziert in den folgenden fünf Jahren den „Opel-Darracq“ , beginnt aber gleichzeitig mit der Konstruktion eigener Fahrzeuge. Das erste Eigenmodell nennt sich „10/12 PS“ und wird ein Erfolg, schnell kommen weitere Modelle mit unterschiedlichen Varianten hinzu.
1907 gewinnt mit Carl Jörns ein Opel-Werksfahrer bei einem Rennen im Taunus den Kaiserpreis für den besten deutschen Wagen, Opel wird daraufhin Hoflieferant. Der Siegeszug der Opel-Automobile hat begonnen.
Die Nähmaschinenproduktion endet nach einem Fabrikbrand im Jahre 1911 für immer, insgesamt wurden eine Million Opel-Nähmaschinen produziert. Die Fahrradproduktion hingegen wird durch den Brand nur kurzzeitig unterbrochen. 1936 übernimmt NSU die Produktion der Räder, welche aber noch einige Jahre unter dem Namen NSU-Opel erhältlich sind.

~ von opabo - 21. Februar 2013.

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