Opels „KAD“-Reihe (1964-77): Wirtschaftswunder-Dickschiffe

Bereits lange vor dem Krieg hatte Opel mit dem „Regent“ ein luxuriöses Oberklassemodell auf den Markt gebracht. Damals – 1928 – hießen die Konkurrenten Horch und Cadillac, vor allem aber setzte die Weltwirtschaftskrise dem Absatz von Luxusfahrzeugen enge Grenzen.
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung im Westdeutschland der Nachkriegszeit kam auch Opel bald wieder mächtig in Fahrt. Nachdem sich bereits „Olympia“, „Rekord“, „Kadett“ & Co bestens verkauften, entschied sich die Firma in den 60er Jahren, nun auch in der Oberklasse für Furore zu sorgen: die sogenannte „KAD“-Reihe entstand.
Basierend auf der gleichen, in ihren Ausmaßen an amerikanische Straßenkreuzer erinnernde Karosserieform, erblickten ab 1964 „Kapitän“, „Admiral“ und „Diplomat“ das Licht der Welt. Motorisiert waren sie mit hubraumstarken sechs oder acht Zylindern, verbaut wurden ausschließlich Ottomotoren: Benzinverbrauch war damals kein Thema. Das Design der drei Modelle war hingegen von europäischer Zurückhaltung sowie klaren, geraden Linien geprägt.
Während sich „Kapitän“ und „Admiral“ äußerlich eher in Details unterschieden, rollte der „Diplomat“ standesgemäß mit einer edleren Ausstattung durch das Wirtschaftswunderland: Vinyldach, Servolenkung, serienmäßiger V8-Motor u.v.m. sorgten für ein durchaus luxuriöses Ambiente und fand auch in echten Diplomatenkreisen Zuspruch. Vergleichbaren Komfort boten nur die „SEL“ von Mercedes.

Bild: Opel-Klassiker Kapitän A

Opel-Klassiker Kapitän A

1969 erschienen jeweils die verbesserten „B“-Versionen auf dem Markt; die Produktion des „Kapitän“ wurde allerdings bereits 1970 aufgrund der zu geringen Unterschiede zum „Admiral“ (dem mit Abstand meistverkauften „KAD“-Modell) eingestellt.
Erwähnenswert sind noch zwei prestigeträchtige Diplomat-Sonderversionen: zwischen 1965-67 wurde bei Karmann in Osnabrück das sehr elegante „Diplomat Coupé“ hergestellt – ein fast schon sportlicher Luxus-Zweitürer mit Flair. Es ist heute in Sammlerkreisen aufgrund der sehr niedrigen Bestandszahlen äußerst gesucht. Noch exklusiver und seltener sind die wenigen, ebenfalls bei Karmann gefertigten Cabrio-Versionen des „Diplomat“.
Die aufstrebenden Konkurrenten Mercedes („S-Klasse“) und BMW setzten ab den 70er Jahren Opels Spitzenmodelle allmählich unter Druck, zudem war der Verbrauch der Straßen-Dickschiffe nach der ersten Ölkrise 1973 schlichtweg zu hoch. Mit der Einstellung seiner „KAD“-Reihe 1977 zog sich Opel aus der Oberklasse zurück und ist dort bis heute nicht mehr vertreten.

~ von opabo - 25. Januar 2013.

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