Opel Blitz (1930-75) – Opels Lkw-Klassiker

1930 startete Opel mit der Produktion seines damals als „Schnell-Lastwagen“ bezeichneten „Opel Blitz“ . Es gab ihn bald in mehreren Versionen zwischen 1,5 und 3 Tonnen Gewicht und unterschiedlichsten Aufbau- bzw. Motorvarianten (alles Benziner). Die Modellreihe insgesamt war dermaßen erfolgreich, dass Opel damit viele Jahre lang zum größten Nutzfahrzeughersteller Deutschlands avancierte – heute kaum noch vorstellbar.
Ursprünglich wurden im „Blitz“ einige Bauteile von US-amerikanischen Modellen des Mutterkonzerns GM verwendet (z.B. der technisch bald veraltete Motor des „Buick Marquette„). Die robusten und genügsamen Laster verkauften sich bald so gut, dass auch die NS-Reichsregierung davon Notiz nahm und den Bau eines neuen Lkw-Produktionswerkes in Brandenburg/Havel forcierte. Hier spielte natürlich die geplante Aufrüstung der Wehrmacht eine entscheidende Rolle. Deren Fahrzeugversionen gab es z.B. mit Allradantrieb, verlängertem Radstand, als Bus oder auch mit Holzvergaser.

Bild: Opel-Klassiker Blitz

Opel-Klassiker Blitz als Feuerwehrfahrzeug

Nachdem 1944 die Brandenburger Werks- und Produktionsgebäude durch alliierte Bomberangriffe zu großen Teilen zerstört worden waren, wurde der Militär-„Blitz“ bis Kriegsende in Lizenz bei Daimler-Benz in Mannheim weitergebaut. Aufgrund der kriegsbedingten chronischen Metallknappheit mussten z.B. die Fahrerkabinen aus Holzfaserplatten gefertigt werden.
Auch nach dem Krieg produzierte man die größeren „Blitz“-Typen weiter in Mannheim, allerdings ohne Herstellerbezeichnung; das Modell nannte sich fortan „L 701“ und wurde erst 1949 abgelöst. Die leichteren Versionen waren unterdes bei Opel verblieben und wurden fortan in Rüsselsheim montiert. Erhältlich waren sie als Pritschen- oder Kastenwagen und entsprachen ungefähr einem heutigen Leichttransporter. Sondermodelle gab es ebenfalls, z.B. als Panoramabus oder – häufiger – als kleinere Feuerwehrfahrzeuge.
Da die Konkurrenz von Mercedes-Benz oder Hanomag bereits in den 50er Jahren mit Dieselmotoren erfolgreich in den Markt gegangen war, verlor Opel zusehends Umsatzanteile beim Lastkraftwagenabsatz in Deutschland. Erst Ende der 60er Jahre rang man sich dazu durch, auch eine Version mit einem (von Peugeot produzierten) 2,1-Liter-Dieselmotor anzubieten.
Nur einige Jahre später entschied sich GM jedoch, Opel die Nutzfahrzeugproduktion komplett zu entziehen – das Pkw-Geschäft lief damals glänzend. Ein vollständig hausintern entwickeltes oder produziertes Transportermodell gab es seitdem von Opel nie wieder.

~ von opabo - 21. Januar 2013.

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